Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF)

Ziel der Integrationspolitik ist es, Menschen mit Migrationshintergrund gleiche Chancen auf Bildung und Aufstieg, persönliche Entfaltung, auf berufliche und gesellschaftliche Teilhabe zu bieten und damit den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Der Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) deckt mit seinen Schwerpunkten im Wesentlichen die Bereiche ab, die bisher durch den Europäischen Flüchtlingsfonds (EFF), den Europäischen Integrationsfonds (EIF) und den Europäischen Rückkehrfonds (RF) gefördert wurden.

Der AMIF fördert die Teilnahme von Zuwanderern aus Nicht-EU-Staaten am ökonomischen, sozialen, kulturellen und politischen Leben. Migration leistet einen wertvollen Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der EU und ist wichtig, um zukünftige Herausforderungen wie den demografischen Wandel und Arbeitskräftemangel anzugehen. Der AMIF beinhaltet drei spezifische Ziele: Asyl, Integration/legale Zuwanderung und Rückkehr.

  • Im Bereich Asyl ist der überwiegende Teil der Mittel für Projekte im Nationalen Ziel Aufnahme und Asylsysteme geplant. Neben der Verbesserung der Beratung und Erstorientierung steht die Identifizierung und Betreuung besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge im Fokus.
  • Im Bereich Integration sind die Schwerpunkte im Bereich der Vorintegration, der Teilhabe von Migranten am ökonomischen, sozialen, kulturellen und politischen Leben sowie der Verbesserung des Integrationsmanagements gesetzt.
  • Im Bereich Rückkehr liegt der Fokus weiterhin auf der freiwilligen Rückkehr und stärker als bisher auf der Reintegration im Herkunftsland. Deutschland wird hier auch transnationale Projekte wie ERIN zusammen mit anderen EU-Mitgliedstaaten weiterführen.

Die spezifischen Verordnungen des AMIF sehen eine Unterstützung durch nationale Programme, Unionsmaßnahmen und Soforthilfe vor, die die nationalen, regionalen und lokalen Maßnahmen ergänzt und dabei den Zielen der Union Rechnung trägt und einen Mehrwert für die Union schafft.

 

Kulturförderung durch den AMIF


Von besonderer Bedeutung für Kulturvorhaben innerhalb des AMIF ist der Bereich Integration der Nationalen Programme.

Neben dem jeweiligen Nationalen Programm ist auch die Unionsförderung von Interesse. Hier finden Sie die aktuellen Ausschreibungen der Unionsmaßnahmen des AMIF.

Der AMIF unterstützt Maßnahmen auf europäischer und nationaler Ebene, die die Integration von Drittstaatsangehörigen mit unterschiedlichen wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen, religiösen, sprachlichen und ethnischen Hintergründen in die Gesellschaft fördern. In erster Linie geht es dabei um die Unterstützung von neu zugewanderten Drittstaatsangehörigen. Die Mitgliedstaaten der EU und zivilgesellschaftliche Organisationen werden beim Ausbau ihrer Kapazitäten unterstützt, Integrationsstrategien, -leitlinien und -maßnahmen zu entwickeln, umzusetzen, zu überwachen und zu evaluieren. Die Maßnahmen sollen neben der Verbesserung der Chancengerechtigkeit für Drittstaatsangehörige in den Bereichen Bildung, Beruf und gesellschaftliche Teilhabe auch der Etablierung einer Willkommens- und Anerkennungskultur dienen.

TIPP: Weiter unten auf dieser Seite finden Sie Beispiele von AMIF-Projekten mit Kulturbezug.

 

Eckdaten

Wer kann beantragen?

Antragsberechtigt sind in der Regel alle in den Mitgliedstaaten (außer Dänemark) eingetragenen juristischen Personen des privaten oder öffentlichen Rechts sowie internationale Organisationen, Nichtregierungsorganisationen, zivilgesellschaftliche Organisationen und Forschungseinrichtungen.

Was wird gefördert?

Auf nationaler Ebene erfolgt die Umsetzung des AMIF über die Nationalen Programme der einzelnen Mitgliedsländer. Das Nationale Programm für Deutschland, das die inhaltliche Ausrichtung für die Förderperiode 2014 bis 2020 beschreibt, wurde mit Beschluss vom 19.03.2015 von der EU-Kommission genehmigt. Letzte Änderungen wurden mit dem aktuellen Nationalen Programm mit Beschluss vom 22.08.2017 genehmigt.

Von den drei spezifischen Zielen Asyl, Integration/legale Zuwanderung und Rückkehr ist der Bereich Integration von besonderer Bedeutung für Kulturvorhaben. Hier können u.a. gefördert werden:

  • Maßnahmen zur Heranführung von Drittstaatsangehörigen an die Aufnahmegesellschaft, zu ihrer Einbindung in das bürgerliche und kulturelle Leben
  • Bildungs- und Ausbildungsmaßnahmen, auch Sprachschulung und vorbereitende Maßnahmen zur Erleichterung des Eintritts in den Arbeitsmarkt
  • Verbesserung der Sprachvermittlung (z.B. Entwicklung und Einführung von standardisierten Konzepten für vorgeschalteten Sprachunterricht an Schulen, um Quereinsteigern den schnellstmöglichen Anschluss an das Regelsystem zu ermöglichen sowie eine höhere Quote von Schulabschlüssen zu erreichen);
  • Kompetenzförderung von Eltern (z.B. durch gezielte Informationsvermittlung, durch Aufbau eines Bundeselternnetzwerks sowie durch den Einbezug von Migrationsorganisationen)
  • Verbesserung der beruflichen Orientierung und Kompetenzentwicklung von jugendlichen Zuwanderern
  • Projekte zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements

Neben dem Nationalen Programm ist auch die Unionsförderung von Interesse.

Die Unionsmaßnahme Community Building at local level for integration including through volunteering activities ist zum Beispiel explizit auch auf die Förderung von Kulturvorhaben ausgerichtet; Maßnahmen zum Kultur- und Werteaustausch der Aufnahme- und Herkunftsländer, Freiwilligenprojekte zur Integrationsarbeit und Kultur-, Sport- und Bildungsaktivitäten können gefördert werden.

Bewilligungskriterien

Im Rahmen der Projektkonzeption sind insbesondere der EU-Mehrwert und die Übereinstimmung mit den Zielen des Nationalen Programms wichtig. Innerhalb des Antragsverfahrens werden zusätzlich zur Projektkonzeption, Erfahrung und Qualifikation des Antragstellers sowie die wirtschaftliche Verwendung der Finanzmittel bewertet.

Finanzielle Aspekte

Das Programmbudget umfasst insgesamt für die siebenjährige Programmlaufzeit 3,14 Mrd. Euro. Der Großteil der Finanzmittel fließt mit einem Umfang von 2,39 Mrd. Euro in die Umsetzung der nationalen Programme der EU-Mitgliedstaaten.

Rund 217 Mio. Euro sind für die Projektförderung in Deutschland vorgesehen und 64,53 Mio. für Österreich.

Antrags- und Auswahlverfahren

In Deutschland wird der „AMIF" durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) umgesetzt. Aufforderungen zur Einreichung von Projektanträgen werden hier veröffentlicht.

Die Förderung im Rahmen des AMIF erfolgt grundsätzlich in Form einer Anteilfinanzierung. Dies bedeutet, dass die Zuwendung als bestimmter Prozentsatz (in der Regel maximal 75 %) der anerkannten zuwendungsfähigen Ausgaben gewährt wird, wobei ein festgelegter Höchstbetrag nicht überschritten werden darf. Die Höhe der aus dem AMIF zu beantragenden Mindestfördersumme wird mit der jeweiligen Aufforderung bekanntgegeben. In den letzten Aufforderungen lag die Mindestfördersumme bei 100.000 Euro EU-Förderung pro Antragsjahr. Jedem Projektantrag muss ein Finanzplan für die gesamte Projektlaufzeit (Gesamtfinanzplan) beiliegen.

Der Antrag muss sowohl elektronisch als auch schriftlich innerhalb der vorgegebenen Frist beim BAMF erfolgen. Eine Registrierung im AMIF-Portal ist keine Voraussetzung zur Antragstellung (mehr).

Im Fall der Unionsförderung läuft das Ausschreibungs- und Antragsverfahren auf elektronischem Weg direkt über die Generaldirektion für Migration und Inneres der Europäische Kommission. Hier finden Sie die aktuellen Ausschreibungen der Unionsmaßnahmen des AMIF.

Rechtsgrundlage

Im Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds gibt es zwei Basisrechtsakte:

1. Verordnung zur Festlegung allgemeiner Bestimmungen für die Fondsverwaltung (Horizontale Verordnung):

Verordnung (EU) Nr. 514/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 zur Festlegung allgemeiner Bestimmungen für den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds und das Instrument für die finanzielle Unterstützung der polizeilichen Zusammenarbeit, der Kriminalprävention und Kriminalitätsbekämpfung und des Krisenmanagements, Amtsblatt der Europäischen Union Nr. L 150 vom 20. Mai 2014, S. 112.

2. Verordnung zur Einrichtung des Asyl- und Migrationsfonds (Spezifische Verordnung):

Verordnung (EU) Nr. 516/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 zur Einrichtung des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds, Amtsblatt der Europäischen Union Nr. L 150 vom 20. Mai 2014, S. 168.

 

 

 

Links & Kontakte

Kontakt/Beratung in Deutschland

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
Abteilung Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds
Frankenstraße 210
90461 Nürnberg
Ansprechpartner
Internetseite

Für Unionsmaßnahmen:

Europäische Kommission
Generaldirektion Migration und Inneres (DG HOME)
Rue de Luxembourg 46
B-1000 Brüssel
Tel.: 00 800 - 6 7 8 9 10 11
E-Mail: home-isec[at]ec.europa[dot]eu
Internetseite

Kontakt/Beratung in Österreich

Österreichischer Integrationsfonds
Team Förderungen, Finanzen und Controlling
Schlachthausgasse 30
1030 Wien
Tel.: +43 1 7101203 100
Ansprechpartner: Markus Kovacs
E-Mail: markus.kovacs[at]integrationsfonds[dot]at
Internetseite

Für Unionsmaßnahmen:

Europäische Kommission
Generaldirektion Migration und Inneres (DG HOME)
Rue de Luxembourg 46
B-1000 Brüssel
Tel.: 00 800 - 6 7 8 9 10 11
E-Mail: home-isec[at]ec.europa[dot]eu
Internetseite

Projektbeispiele

Projekte (2014-2020)

BERLIN interkulturell KulTourMobil

©Jugendbund djo-Deutscher Regenbogen, Landesverband Berlin e.V.

BERLIN interkulturell KulTourMobil ist ein Projekt des Jugendbund djo-Deutscher Regenbogen, Landesverband Berlin e.V. Es richtet sich vordergründig an Jugendliche und junge Erwachsene der Aufnahmegesellschaft, die den Themen Migration, Integration und kultureller Vielfalt skeptisch gegenüberstehen.

Ziel des Projekts ist es, die Potentiale kultureller Vielfalt sichtbar zu machen und den interkulturellen Dialog auf Augenhöhe zu stärken. Durch aufsuchende Bildungsarbeit an den alltäglichen Begegnungsorten von jungen Menschen in Berlin eröffnet das KulTourMobil Möglichkeiten des Austauschs und des gemeinsamen Engagements und trägt dazu bei, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.

Um dies zu erreichen werden Bildungskoffer zu aktuellen Themen aus den Bereichen Migration und Integration erarbeitet und mit zahlreichen informativen, spielerischen und kreativen Methoden authentisch und abwechslungsreich aufbereitet. Mit diesen Koffern im Gepäck ist das KulTourMobil überall in Berlin mit Projektwochen an Schulen, mit Aktionen auf Straßenfesten und Spielplätzen und mit Infoständen bei Veranstaltungen unterwegs.

Unterstützt wird das Projekt von Künstlern und Referenten unterschiedlicher kultureller Hintergründe, die mit ihren Migrations- und Integrationsgeschichten dazu beitragen, dass kulturelle Vielfalt ein selbstverständlicher Teil unseres gemeinsamen Alltags wird. Parallel finden regelmäßig kreativ-kulturelle Workshops in den Bereichen Kunst, Film, Literatur und Theater statt.

Programmbereich: AMIF; Spezifisches Ziel 2: Integration von Drittstaatsangehörigen und legale Migration; Maßnahmenbereich 5: Gesellschaftlicher Zusammenhalt
Laufzeit: 2015 – 2018
Fördersumme: 396.915 Euro
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Sprachräume - Büchereien für Integration

Besuch in der Bonner Pilotbücherei
©Projekt Sprachräume – Büchereien für Integration

Mit dem Projekt hat die Evangelische Kirche im Rheinland mit ihrer Büchereifachstelle und einigen ausgewählten evangelischen Büchereien ein Modellvorhaben gestartet, das ehrenamtlich geführte Büchereien als zentrale Orte der Sprach- und Leseförderung, der interkulturellen Begegnung und des multimedialen Lernens ausweist. Weitere Kooperationspartner sind die Evangelische Migrations- und Flüchtlingsarbeit Bonn (EMFA), das Bonner Institut für Migrationsforschung, der Interkulturelles Lernen (BIM) e.V. und der Evangelische Erwachsenenbildung Rheinland-Süd e.V.

Zunächst einmal werden in den fünf Pilotbüchereien Angebote aufgebaut, die eine Integration von Zugewanderten fördern und unterstützen. Dazu gehören:

  • Erweiterung des Medienbestandes um Bücher und Medien, die für Flüchtlinge interessant sind, wie (Wort-)Bilderbücher, Wörterbücher, mehrsprachige Bücher, Bücher in leichter Sprache, Bücher über die neue Heimat, und um Medien, die Multiplikatoren in ihrer Arbeit einsetzen können, wie Materialien für den Spracherwerb, Bücher über Fluchthintergründe usw.
  • Suche, Schulung und Einsatz von Ehrenamtlichen, die als Lesepaten den Spracherwerb von Drittstaatsangehörigen begleiten und unterstützen
  • Angebot eines Computerarbeitsplatzes mit Drucker und Zugang zu elektronischen Sprachkursen
  • Veranstaltungsangebote, die zur interkulturellen Begegnung beitragen
  • Vernetzung mit lokalen Einrichtungen und Akteuren der Flüchtlings- und Integrationsarbeit

Ergebnisse: Die Erfahrungen der Pilotbüchereien werden gesammelt, ausgewertet und für den Transfer für eine Vielzahl ehrenamtlich geführter Büchereien vorbereitet. Die fortlaufend aktualisierte Medienliste, das Schulungskonzept, Konzepte für interkulturelle Veranstaltungen können in der Büchereifachstelle abgerufen werden. In einer Handreichung werden die Erfahrungen der Pilotbüchereien ausgewertet und Materialien für die Umsetzung zusammengefasst.

Programmbereich: AMIF; Spezifisches Ziel 2: Integration von Drittstaatsangehörigen und legale Migration
Laufzeit: 2016 - 2018
Fördersumme: 304.420 Euro
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Theater.Botschaften.Integration. Theaterpädagogische Projekte zum Thema Integration

©Theater ImPuls, Fotograf: Henning Granitza

Jugendliche und junge Erwachsene mit Migrationserfahrung aus Schulen, Jugendeinrichtungen oder Migrantenselbstorganisationen setzen sich mit ihren Erfahrungen, Wünschen und Hoffnungen bezüglich Integration auseinander. Sie präsentieren die Ergebnisse in Form von gemeinschaftlich erarbeiteten Theaterszenen vor einem ausgewählten Publikum. Die Teilnehmenden des jeweiligen Theaterprojektes werden in der Reflektion und der Entwicklung passender Szenen und Bilder von dem Projektträger Theater ImPuls theaterpädagogisch begleitet. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen agieren dabei als Experten in eigener Sache; ihr Know-how in Bezug auf alltägliche Integrationserfahrungen ist gefragt. Sie werden befähigt, ihre Anliegen künstlerisch darzustellen und im Anschluss an die Aufführungen ein (moderiertes) Gespräch mit ihrem Publikum zu führen.

Das Kommunale Integrationszentrum Köln vermittelt ihnen jeweils ein relevantes Publikum aus Verwaltung, Pädagogik und Politik und verknüpft Aufführungen und Publikumsgespräche mit seinen strukturellen Aktivitäten zur interkulturellen Öffnung der Verwaltung und Stadtgesellschaft. Die Veranstaltungen sind eingebettet in längerfristige interkulturelle Öffnungsprozesse der Kölner Stadtverwaltung, die vom Kommunalen Integrationszentrum Köln konzipiert, moderiert und fachlich begleitet werden.

Eine Zielrichtung des Projektes ist es, die Aufnahmegesellschaft und konkret die Kölner Stadtverwaltung weiter für Integration zu öffnen. Die dort Beschäftigten werden mit theatral aufbereiteten „Integrationsbotschaften“ jugendlicher Drittstaatsangehöriger konfrontiert und zu einem persönlichen Dialog mit den „Botschaftern“ eingeladen. Eine ebensolche Zielvorgabe besteht in der Stärkung des Selbstbewusstseins der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, der Förderung ihres Sprachvermögen im öffentlichen Raum und der Herausbildung weiterer Qualifikationen, die sie in ihrem schulischen und beruflichen Fortkommen unterstützen.

Programmbereich: AMIF; Spezifisches Ziel 2: Integration von Drittstaatsangehörigen und legale Migration; Maßnahmenbereich 5: Gesellschaftlicher Zusammenhalt
Laufzeit: 2015-2018
Fördersumme: 406.626 Euro
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Bilder im Kopf! Vielfalt in Kinder- und Jugendmedien

Medien haben eine große Bedeutung für Kinder bei der Entwicklung einer Vorstellung von der Welt und bei der Entwicklung ihrer Sprache. Sie vermitteln Wissen, regen die Phantasie an, führen an unterschiedliche Lebenswelten heran, erweitern den Horizont über das direkt sinnlich Erfahrbare hinweg und schaffen Bilder im Kopf. Kinder und Jugendliche brauchen Medien, die sie bestärken, die ihnen zeigen, dass sie als selbstverständlicher und aktiver Teil dieser Gesellschaft dazu gehören. Betrachten wir das Angebot an Medien der verschiedenen Altersgruppen, stellen wir allerdings fest: Bis dahin ist es noch ein langer Weg. Wo sind beispielsweise die Medien, in denen schwarze deutsche Kinder oder deutsche Kinder muslimischen Glaubens eine selbstbewusste positive Rolle einnehmen?

Vielfalt wird in diesem Projekt in ihren verschiedenen Dimensionen beachtet. Neben dem Schwerpunkt Herkunft, Hautfarbe, Glaube oder Weltanschauung geht es auch um Gender, soziale Lage, sexuelle Orientierung, physische und/oder körperliche Beeinträchtigung sowie verschiedene Familienformen.

Mit dem Projekt "Bilder im Kopf!" möchte der Projektträger, die Diakonie Düsseldorf (Sachgebiet Integration, Migration und Flucht), in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband Düsseldorf und dem Verband binationaler Familien und Partnerschaften für eine stärkere Repräsentation von Vielfalt werben.

Dies geschieht u.a. durch: Fortbildungen für Multiplikatoren und Eltern, einer Internetseite zum Thema, die das Anliegen erklärt und gute Beispiele anhand von Buchbesprechungen aufzeigt, mit Infoständen und Vorträgen auf Buchmessen und Bücherbörsen und einer Wanderausstellung für Bibliotheken. Eine große Auswahl an Medien kann in den Räumen der Diakonie Düsseldorf betrachtet und diskutiert werden. Gewöhnlich passiert dies im Rahmen einer Fortbildung, aber auch einzelne Besucher sind nach der Anmeldung willkommen.

Programmbereich: AMIF; Spezifisches Ziel 2: Integration von Drittstaatsangehörigen und legale Migration; Maßnahmenbereich 5: Gesellschaftlicher Zusammenhalt
Laufzeit: 2015 – 2018
Fördersumme: 714.979 Euro
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©Diakonie Düsseldorf

Projekte (2007-2013)

BUNT IST KULTur

Das Projekt "BUNT IST KULTur - Initiative zur interkulturellen Begegnung und Vielfalt im Märkischen Kreis" hat sich zum Ziel gesetzt, "Spiel-Räume" zu schaffen, in denen sich Menschen unterschiedlicher Herkunft begegnen und kreativ werden können. In allen 15 Städten und Gemeinden des Kreises sollen Workshops, Projekte und Veranstaltungen stattfinden, die die kulturelle Vielfalt im Märkischen Kreis aufzeigen und Menschen unterschiedlicher Herkunft neugierig aufeinander zugehen lassen. Dies soll mit Musik, Literatur, bildender und darstellender Kunst erreicht werden.
Koordiniert wird das Projekt vom Märkischen Kreis, Partner sind die AWO Unterbezirk Hagen, die Caritas Iserlohn, die Diakonie Mark-Ruhr und der Evangelische Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg.

Laufzeit: 2012-2015
Fördersumme: 158.943 Euro
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*peppa - Interkulturelles Mädchenzentrum

*peppa  - Das Interkulturelle Mädchenzentrum versteht sich als ein Ort der Ankunft und interkulturellen Begegnung für junge Migrantinnen, insbesondere Neuzuwanderinnen, in einer kommunalen Einbindung im 16. Wiener Gemeindebezirk.
Anliegen von *peppa ist Mädchen und jungen Frauen mit Migrationshintergrund im Alter von 10 bis 20 Jahren als erste Anlaufstelle zu dienen und diese in sämtlichen gesellschaftlichen und sozialen Bereichen zu beraten und zu begleiten. Der niederschwellige Zugang und das speziell für die Zielgruppe attraktive Freizeitangebot erleichtert das Erreichen der (sonst schwer erreichbaren) Zielgruppe und somit in weiterer Folge die integrative Arbeit. Das Beratungs-, Bildungs-, Freizeit- und Informationsangebot bezieht sich auf die spezifischen Bedarfslagen der junger Migrantinnen und hat zum Ziel Ungleichheiten abzubauen, Geschlechtergleichberechtigung zu fördern und die aktive Einbindung junger Migrantinnen in die Aufnahmegesellschaft zu unterstützen.

Laufzeit: 2011
Fördersumme: 65.000 Euro
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Dialog - Kultur

Das Projekt "Dialog - Kultur" wurde vom Psychosozialen Zentrum für Flüchtlinge e.V. in Düsseldorf durchgeführt und im Rahmen des Nationalen Programms (Deutschland) gefördert.
Ziel des Projektes war die Initiierung von Dialogen zwischen Angehörigen der Aufnahmegesellschaft und Zuwanderern und richtet sich dabei primär an MultiplikatorInnen, die in gesellschaftlichen Bereichen tätig sind, wo interkulturelle Kommunikation eine Rolle spielt. "Dialog - Kultur" gliedert sich in drei Module. Im Rahmen des ersten Moduls "Interkulturelle Sensibilisierung der Aufnahmegesellschaft" wurden z.B. Infoveranstaltungen und Schulungen zu interkultureller Kompetenz für Mitarbeiter von Behörden im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesen durchgeführt. Die Schaffung eines Trauerortes in Düsseldorf für Menschen aus allen Kulturen, die Ihre Toten nicht vor Ort betrauern können war Bestandteil des zweiten Moduls "Interkultureller/interreligiöser Dialog". Im dritten Modul "Medienkompetenzen für Zuwanderer und Integration in den Medien" wurden u.a. Workshops zum Umgang mit den Medien in Deutschland durchgeführt. Die TeilnehmerInnen besichtigten das WDR-Funkhaus in Düsseldorf und hatten die Chance selbst Journalisten zu interviewen.

Laufzeit: 2008-2011
Fördersumme: 53.510 Euro
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Stadtteilmütter auf den Spuren der Geschichte

Im Mittelpunkt des Projekts "Stadtteilmütter auf den Spuren der Geschichte" standen die Förderung des interkulturellen Dialogs und die zivilgesellschaftliche Teilhabe von Migrantinnenan der deutschen Einwanderungsgesellschaft. In einer Seminarreihe setzten sich die Migrantinnen mit der nationalsozialistischen Vergangenheit auseinander. Die Initiative war von den Frauen selbst ausgegangen, die als Familienberaterinnen mit Migrationshintergrund, sogenannte Stadtteilmütter, in Berlin aktiv sind. Sie wollten mehr über das Thema Nationalsozialismus wissen, um vor allem ihren Kindern Fragen beantworten zu können, die sich im Geschichtsunterricht mit dem Thema befassen. Die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in Berlin führte gemeinsam mit dem Diakonischen Werk Neukölln-Oberspree die Seminare durch. Durch das Seminar sollte vermittelt werden, wie der Nationalsozialismus als politisches und gesellschaftliches System funktionieren konnte, ob und wie es Kontinuitäten in der aktuellen deutschen Gesellschaft gibt und wo diese Geschichte heute noch sichtbar und spürbar ist. Die Seminarreihe umfasste zehn Termine und eine Wochenendfahrt. Die Teilnehmerinnen führten Gespräche mit Zeitzeugen und ihren Nachkommen, besuchten Gedenkstätten und setzten sich durch filmisches und schriftliches Material mit dem Thema Nationalsozialismus auseinander. Auch ihre eigenen Erfahrungen mit Migration und Ausgrenzung brachten sie in das Seminar mit ein. Im Rahmen des Projekts wurde eine Broschüre erstellt, in der 14 Stadtteilmütter von ihren Erfahrungen mit der Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit berichten. 2011 wurde ein Film erstellt, der drei Stadtteilmütter aus Berlin bei ihrer Begegnung mit Zeitzeugen und beim Besuch der Gedenkstätten begleitet.

Laufzeit: 2008-2011
Fördersumme: 78.220 Euro
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