Europäischer Landwirtschaftsfonds (ELER)

Der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) trägt zur ausgewogenen Entwicklung des ländlichen Raumes im Gemeinschaftsgebiet und den prioritären Zielen der EU, Steigerung von Wirtschaftswachstum und Beschäftigung, bei. Die finanzielle Unterstützung für die Landwirtschaft und die ländlichen Räume ist in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU geregelt. Diese besteht aus zwei Säulen: Die erste Säule bilden die Direktzahlungen an die Landwirte, die diesen die Anpassung an die liberalisierten Weltmärkte erleichtern soll; die zweite Säule umfasst die ländliche Entwicklung allgemein, dazu zählen z.B. Ressourcenschutz und Landschaftspflege. Zentrales Förderinstrument bei der Umsetzung der gemeinsamen EU-Schwerpunkte zur Entwicklung ländlicher Regionen ist der ELER.

Die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums soll zu folgenden Zielen beitragen
1) Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft
2) Gewährleistung der nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen und Klimaschutz
3) Erreichung einer ausgewogenen räumlichen Entwicklung der ländlichen Wirtschaft und der ländlichen Gemeinschaften, einschließlich der Schaffung und des Erhalts von Arbeitsplätzen.

Hinzu kommt der LEADER-Ansatz, der die Kooperation von Akteuren in ländlichen Gebieten fördert, um integrierte Strategien für eine nachhaltige Entwicklung zu realisieren. Die Initiative gibt es seit 1991. Sie zielt darauf ab die ländlichen Regionen Europas auf dem Weg zu einer eigenständigen Entwicklung zu unterstützen. LEADER hat bisher vier Phasen durchlaufen: LEADER I (1991-1995), LEADER II (1996-1999), LEADER+ (2000-2006) und LEADER IV (2007-2013).Über den ELER können auch kulturelle Projekte umgesetzt werden, dazu gehören Maßnahmen im Rahmen von Dorferneuerung und –entwicklung sowie Tätigkeiten zur Wiederherstellung und Verbesserung des natürlichen und kulturellen Erbes der Dörfer, Studien und Investitionen zum kulturellen Erbe von Dörfern, Projekte zum Schutz des Kulturerbes sowie der Entwicklung des Fremdenverkehrs in ländlichen Regionen und der Aufbau von Dienstleistungseinrichtungen im Bereich Freizeit und Kultur einschließlich kultureller Aktivitäten zur Grundversorgung eines Dorfes.

 

Eckdaten

Wer kann beantragen?

Die Landesrichtlinien für die Entwicklung des ländlichen Raumes legen für die einzelne Fördermaßnahme fest, welche Einrichtungen, Organisationen oder Gebietskörperschaften davon profitieren können. Diese finden Sie auf den Websites der zuständigen Landesbehörden oder können Sie dort erfragen.

Bewilligungskriterien

In Deutschland stellen die Bundesländer Entwicklungsprogramme für den ländlichen Raum auf, die aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für ländliche Entwicklung (ELER) finanziert werden. Zwischen den Förderbereichen des EFRE und des ELER gibt es Überschneidungen im Hinblick auf die Unterstützung der Entwicklung des ländlichen Raums. Jedes Bundesland legt in seinen operationellen Programmen die Abgrenzungen fest. Die Entwicklungspläne und Richtlinien der Bundesländer finden Sie auf den Websites der deutschen Landesbehörden.

Finanzielle Aspekte

In Deutschland stehen für den Zeitraum 2014 – 2020 rund 8,3 Milliarden Euro für die ländliche Entwicklung durch den ELER zur Verfügung. Diese EU-Mittel werden mit Beiträgen des Bundes, der Länder und der Kommunen weiter aufgestockt. Details zu der Finanzierung der einzelnen Bundesländer finden sich in den Operationellen Programme. Die Zuschusshöhe variiert je nach Maßnahmeart und Bundesland.

Antrags- und Auswahlverfahren

Die Landesrichtlinien für die Entwicklung des ländlichen Raumes legen für die einzelne Fördermaßnahme fest, welche Einrichtungen, Organisationen oder Gebietskörperschaften davon profitieren können. Diese finden Sie auf den Websites der zuständigen Landesbehörden oder können Sie dort erfragen.

Rechtsgrundlage

Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Dezember 2013, Amtsblatt der Europäischen Union Nr. L 347 vom 20. Dezember 2013, S. 487.

Die Verordnung (EU) Nr.1303/2013 enthält gemeinsame Bestimmungen über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), den Europäischen Sozialfonds (ESF), den Kohäsionsfonds (KF), den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und den Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF). Für diese Fonds gilt ein gemeinsamer Rahmen, der als „Europäische Struktur- und Investitionsfonds“ (ESIF) bezeichnet wird.

 

Links & Kontakte

Allgemeine Informationen

Kontakt/Beratung in Deutschland

Für die Umsetzung des ELER im Zeitraum 2014 bis 2020 gibt es in Deutschland 13 Länderprogramme. Die Stadtstaaten Bremen und Berlin haben sich Niedersachsen bzw. Brandenburg angeschlossen. Hamburg nimmt in dieser Förderphase nicht mit einem eigenen Programm teil. Alle Bundesländer haben ihre Entwicklungsprogramme bei der Europäischen Kommission eingereicht, ein Großteil von ihnen muss noch genehmigt werden.


Baden-Württemberg
Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz
Baden-Württemberg (MLR)
Kernerplatz 10
70182 Stuttgart
Internetseite


Bayern
Bayerisches Staatsministerium für
Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Ludwigstraße 2
80539 München
Tel.: 089 / 2182 0
Internetseite


Brandenburg (und Berlin)
Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft
Heinrich-Mann-Allee 103
14473 Potsdam
Internetseite


Hessen
Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Mainzer Straße 80
65189 Wiesbaden
Tel.: 0611 / 815 0
Internetseite


Mecklenburg-Vorpommern
Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz
Paulshöher Weg 1
19061 Schwerin
Tel.: 0385 / 5880
E-Mail: poststelle@lu.mv-regierung.de
Internetseite


Niedersachsen (und Bremen)
Niedersächsisches Ministerium
für Ernährung, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz
Calenberger Straße 2
30169 Hannover
Tel.: 0511 /120 2095
E-Mail: poststelle@ml.niedersachsen.de
Internetseite


Nordrhein-Westfalen
Ministerium für Klimaschutz, Umwelt,
Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz
des Landes Nordrhein-Westfalen
Schwannstr. 3
40476 Düsseldorf
Tel. 0211 / 45 66 0
E-Mail: poststelle@mkulnv.nrw.de
Internetseite


Rheinland-Pfalz
Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten
Kaiser-Friedrich-Straße 1
55116 Mainz
Tel.: 06131 / 160
E-Mail: poststelle@mulewf.rlp.de
ELER-Kontaktformular
Internetseite


Saarland
Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
Referat B/4
Holger Neisius
Ländlicher Raum, Flächenrevitalisierung, ELER-Verwaltungsbehörde
Keplerstraße 18
66117 Saarbrücken
Tel.: 0681 / 501 4266
E-Mail: Eler-vb@umwelt.saarland.de
Internetseite


Sachsen
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
Referat 23
Archivstraße 1
01097 Dresden
Tel.: 0351 / 564 6814
ELER-Kontaktformular
Internetseite


Sachsen-Anhalt
Verwaltungsbehörde ELER
Ministerium der Finanzen
Referat VB ELER
Editharing 40
39108 Magdeburg
Kontaktformular
Internetseite

Schleswig-Holstein

Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume
des Landes Schleswig-Holstein
Referat für ländliche Entwicklung
Inez Kleber
Tel.: 0431 / 988 5154
E-Mail: inez.kleber@melur.landsh.de
Internet

Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume
Hamburger Chaussee 25
24220 Flintbek
Tel.: 04347 / 7040
E-Mail: poststelle@llur.landsh.de
Internetseite

Thüringen
Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft
Werner-Seelenbinder-Straße 8
99096 Erfurt
Tel.: 0361 / 37 900
E-Mail: poststelle@tmil.thueringen.de
Internetseite

Kontakt/Beratung in Österreich

An der Umsetzung des österreichischen Programms für ländliche Entwicklung 2014 – 2020 (ELER) sind bundesweit viele verschiedene Stellen beteiligt. Diese übernehmen im Rahmen ihrer Tätigkeit unterschiedliche Funktionen in der Abwicklung – sei es als Einreich- und/oder Bewilligende Stelle.

Kontaktstellen sind (in der Regel) die jeweiligen Ämter für Ländliche Entwicklung der Landesregierungen der Bundesländer:

Burgenland

Amt der Burgenländischen Landesregierung
-Infostelle-
Europaplatz 1
A-7000 Eisenstadt
Tel.: +43 57 600 DW 2000 oder 2006
E-Mail: post.praesidium@bgld.gv.at
Internetseite

Kärnten

Amt der Kärntner Landesregierung
Abteilung 10 – Land- und Forstwirtschaft
Mießtaler Straße 1
9021 Klagenfurt am Wörthersee
Tel.: +43 50 536 11001
E-Mail: abt10.post@ktn.gv.at
Internetseite

Niederösterreich

Amt der Niederösterreichischen Landesregierung
Abteilung LF3
Landhausplatz 1, Haus 12
A-3109 St. Pölten
Tel: +43 2742 9005 – 12984/-13581/-12766
E-Mail: post.lf3@noel.gv.at
Internetseite

Oberösterreich

Amt der Oberösterreichischen Landesregierung
Direktion für Landesplanung, wirtschaftliche und ländliche Entwicklung
Abteilung Land- und Forstwirtschaft
Bahnhofplatz 1
A-4021 Linz
Tel.: +43 732 77 20-115 01
E-Mail: lfw.Post@ooe.gv.at
Internetseite

Salzburg

Amt der Salzburger Landesregierung
Abteilung 4-Referat 4/08: Ländliche Entwicklung und Bildung
Fanny-v.-Lehnert-Straße 1
A-5020 Salzburg
Tel.: +43 662 8042 2366
E-Mail: laendliche.entwicklung@salzburg.gv.at
Internetseite

Steiermark

Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Abteilung 10 Land- und Forstwirtschaft
Ragnitzstraße 193
A-8047 Graz
Tel.: +43 316 877 6996
E-Mail: abteilung10@stmk.gv.at
Internetseite

Tirol

Amt der Tiroler Landesregierung
Gruppe Agrar
Heiliggeiststraße 7
A-6020 Innsbruck
Tel.: +43 512 508 3902
E-Mail: gr.agrar@tirol.gv.athttps://www.tirol.gv.at/landwirtschaft-forstwirtschaft/agrar/foerderung/

Internetseite

Vorarlberg

Amt der Vorarlberger Landesregierung
Agarbezirksbehörde
Josef-Huter-Straße 35
A-6901 Bregenz
Tel.: +43 5574 511 41005
E-Mail: agrarbehoerde@vorarlberg.at
Internetseite

Wien

Landwirtschaftskammer Wien
Gumpendorferstraße 15
A-1060 Wien
Tel.: +43 0 1 587 95 28
E-Mail: office@lk-wien.at
Internetseite

Projektbeispiele

chiemseeart

Oberstes Ziel des Projektes "chiemseeart - Kunst in der Landschaft" war die Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Verbesserung und der Ergänzung des kulturellen Erbes. Bereits in einem Vorgängerprojekt waren durch mehrere Künstlergruppen Skultupturen realisiert worden, die in der Region aufgestellt sind. Auf Informationstafeln wurden Hinweise zum Künstler und seiner Arbeit gegeben. In der neuen Phase des Projekts wurden weitere Skulpturen ergänzt, um die Idee von Kunst in der Landschaft zu verwirklichen. "chiemseeart" war dabei in vier Bereiche unterteilt: Förderung moderner Gegenwartskunst, Kulturtourismus, Einbindung von Kindern und Jugendlichen, Zugang zu zeitgenössischer Kunst.
Im Rahmen des Projekts wurden öffentliche Informationsveranstaltungen, Symposien, Ausstellungen und Workshops zum Thema Kunst im Naturraum bzw. Kunst mit Naturmaterialien durchgeführt. Die Künstler besuchten Kinder in den Schulen und stellten dabei sich und ihre Arbeit vor.
Gemeinsame wurden die Kunstwerke in der Landschaft betrachtet und so den Kindern auch die Wechselbeziehungen von Kunst und Umwelt erklärt. Mit "chiemseeart" wurde angestrebt, die Region zu einem bedeutenden Standort für zeitgenössische Kunst in der Landschaft zu entwickeln.

Laufzeit: 2010-2013
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Frauen der Hunsrück-Region im Wandel der Zeiten

Mit dem Projekt "Frauen der Hunsrück-Region im Wandel der Zeiten" der LAG Hunsrück wurden historische Frauenpersönlichkeiten gewürdigt. Die zu diesem Thema erstellte Publikation "Zwischen Tradition und Aufbruch" beleuchtet die Rolle der Frau von der Antike bis zur Gegenwart. Es werden u.a. Frauen aus der Kelten- und Römerzeit, die Herzoginnen von Simmern und Frauen der Friedensbewegung in den 1980er Jahren vorgestellt. Die Publikation widmet sich aber auch Themen wie Prostitution und Frauen in der Landwirtschaft und der Industrie. Ergänzt wurde die Publikation durch Ausstellungen und thematische Führungen in der Region. Hierfür wurden touristische Begleiter ausgebildet, die dazu befähigt wurden, frauenkulturelle Führungen anzubieten. Mit diesen Begleitern sollte auch das touristische Potenzial der Region weiter erschlossen werden.
Koordiniert wurde das Projekt "Frauen der Hunsrück-Region im Wandel der Zeiten" vom Frauenforum Rhein-Hunsrück. Mit dem Projekt sollte ein wichtiger Teil der regionalen Geschichte und Identität aufgearbeitet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
 
Laufzeit: 2009-2013
Fördersumme: 25.580 Euro
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Attraktivierung der Burgruine Kollmitz

Die Burgruine Kollmitz mit ihrem Ausblick ins Thayatal stellt eine der größten Festungsanlagen in Niederösterreich dar. In den vergangenen Jahren wurden vom Verein zahlreiche Maßnahmen zur Erhaltung der Ruine gesetzt, um diese begehbar zu machen und den Gästen der Region ein interessantes Ausflugsziel zu bieten. Darüber hinaus wurde in 2008 ein touristisches Rahmenkonzept zur weiteren Attraktivierung der Burgruine erstellt. Auf Basis dieses Konzepts wurden Maßnahmen wie die Verbesserung der touristischen Inszenierung (Erlebnispunkte, zweisprachige Infotafeln, bauliche Adaptierungen), Erstellung eines Folders in tschechischer Sprache sowie die Aktualisierung der Homepage durchgeführt.

Laufzeit: 2010-2011
Fördersumme: 29.730 Euro
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Eulenworkshops

Im Rahmen der "Eulenworkshops" in der Gemeinde Tarp kamen Bildhauerschüler aus ganz Deutschland zu drei Symposien zusammen, bei denen die Schüler kunstvolle Eulen aus Holz schnitzen. Die Berufsfachschüler im zweiten Ausbildungsjahr konnten durch die Ausstellung ihrer Kunst im öffentlichen Raum auf ihr Können aufmerksam machen, wodurch auch Persönlichkeitsbildung, Stärkung der Sozialkompetenz und die praxisorientierte Ausbildung gestärkt wurden. Darüber hinaus wurde ein Eulenwanderweg durch die Gemeinde Tarp und die Landschaft Uggelharde eingerichtet und eine Infobroschüre produziert. Mit dem Eulenwanderweg wurde ein weiterer Baustein im natur- und kulturtouristischen Angebot der Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge komplettiert. Die Eule ist das Symbol der historischen Landschaft Uggelharde und das Wappentier der Gemeinde Tarp. Somit werden durch die Eulenworkshops und den Eulenwanderweg Naturschutz und Kulturhistorie der Region miteinander vernetzt und die regionale Identität gestärkt. Federführende Einrichtung für die Durchführung war die Gemeinde Tarp unter Beteiligung der Schnitzschule Berchtesgaden und weiterer Bildhauerschulen aus Deutschland.
Ziel des Projektes war es die Schaffung eines neuen touristischen Angebots mit praxisorientiert Ausbildung und Qualifizierung für jung Künstler zu verbinden. Hiermit wurde ein Projekt fortgeführt, welches 2007 begonnen hatte. In dem Vorgängerprojekt waren durch das Symposium "Natur und Naturschutz" für Bildhauer bereits die Bereiche "traditionelles Handwerk", "Kunst im öffentlichen Raum" und "Natur und Naturschutz" zusammengeführt worden.

Laufzeit: 2009-2011
Fördersumme: 28.050 Euro
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