Europäischer Landwirtschaftsfonds (ELER)

Der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) ist das zentrale Förderinstrument bei der Umsetzung der gemeinsamen EU-Schwerpunkte zur Entwicklung ländlicher Regionen. Der ELER trägt zur ausgewogenen Entwicklung des ländlichen Raumes im Gemeinschaftsgebiet und den prioritären Zielen der EU, Steigerung von Wirtschaftswachstum und Beschäftigung, bei.

Die finanzielle Unterstützung für die Landwirtschaft und die ländlichen Räume ist in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU geregelt. Diese besteht aus zwei Säulen: Die erste Säule bilden die Direktzahlungen an die Landwirte, die diesen die Anpassung an die liberalisierten Weltmärkte erleichtern soll; die zweite Säule umfasst die ländliche Entwicklung allgemein, dazu zählen z.B. Ressourcenschutz und Landschaftspflege. In Übereinstimmung mit der Strategie Europa 2020 und den Gesamtzielen der GAP können drei langfristige strategische Ziele für die Politik der landwirtschaftlichen Entwicklung in der EU für den Programmplanungszeitraum 2014-2020 festgelegt werden:

1.    Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft
2.    Nachhaltiger Umgang mit natürlichen Ressourcen und Klimaschutz
3.    Ausgeglichene territoriale Entwicklung ländlicher Gebiete

Zum Zweck der Umsetzung der Politik der ländlichen Entwicklung durch Entwicklungsprogramme für den ländlichen Raum (EPLR) wurde diesen allgemeinen Zielen durch sechs Prioritäten genauerer Ausdruck verliehen. Jede EPLR-Priorität wiederum legt bestimmte Interventionsbereiche (Schwerpunktbereiche) fest. Die EPLR-Prioritäten und Schwerpunktbereiche bilden die Basis der Programmplanung und Umsetzung der Förderung durch den ELER in den ländlichen Gebieten der EU.

Hinzu kommt der LEADER-Ansatz: LEADER steht für "Liaison Entre Actions de Développement de l'Économie Rurale" (Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft) und ist ein methodischer Ansatz im Rahmen des ELER zur Förderung der ländlichen Räume. Die Initiative gibt es seit 1991. Sie zielt darauf ab, die ländlichen Regionen Europas auf dem Weg zu einer eigenständigen Entwicklung zu unterstützen und die Zusammenarbeit von regionalen Akteuren zu stärken. Grundlage bilden speziell integrierte Strategien für begrenzte homogene Regionen, Bottom-up Ansätze, Kooperation und Vernetzung sowie Einbindung der örtlichen Bevölkerung. In Deutschland gibt es insgesamt 321, in Österreich sind es 77 LEADER-Regionen. LEADER wird durch die Lokalen Aktionsgruppen (LAGs) in den Regionen umgesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie über die nationalen Vernetzungsstellen (siehe Links & Kontakte).

In der Programmperiode 2014-2020 wird LEADER offiziell unter dem weiter gefassten Begriff von der örtlichen Bevölkerung betriebene lokale Entwicklung (engl. Community-Led Local Development, Abk. CLLD) weitergeführt.

Kulturförderung durch ELER

Über den ELER können auch kulturelle Projekte umgesetzt werden, dazu gehören Maßnahmen im Rahmen von Dorferneuerung und –entwicklung sowie Tätigkeiten zur Wiederherstellung und Verbesserung des natürlichen und kulturellen Erbes der Dörfer, Studien und Investitionen zum kulturellen Erbe von Dörfern, Projekte zum Schutz des Kulturerbes sowie der Entwicklung des Fremdenverkehrs in ländlichen Regionen und der Aufbau von Dienstleistungseinrichtungen im Bereich Freizeit und Kultur einschließlich kultureller Aktivitäten zur Grundversorgung eines Dorfes. Insbesondere über LEADER werden, je nach Region, zahlreiche Projekte mit Kulturbezug gefördert.

Einen Einblick in das Thema bietet das Magazin LandInForm in der Ausgabe 1/2017, veröffentlicht von der Deutschen Vernetzungsstelle Ländliche Räume (DVS), das sich schwerpunktmäßig mit Kultur im ländlichen Raum beschäftigt.

Leader Transnational Kultur
In Österreich wurde in diesem Rahmen 2015 die Förderinitiative „Leader Transnational Kultur“ gemeinsam vom Bundeskanzleramt und vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft ins Leben gerufen. Mit der Maßnahme werden transnationale Vorzeigeprojekte unterstützt, die ganz explizit positive Transformationsprozesse in ländlichen Regionen mit Mitteln von Kunst, Kultur und Kreativität umsetzen. Die inhaltlichen Schwerpunkte der Projekte liegen auf der Veränderung von Berufsfeldern, auf den neuen Beziehungsgeflechten im Spannungsfeld Einheimische, ZuwanderInnen, Flüchtlinge und BesucherInnen, auf sozialer Innovation und die Gestaltung von Partizipation sowie auf der Hinterfragung von Stereotypen und der Gestaltung eines neuen Bilds vom Land. Weitere Informationen

TIPP: Weiter unten auf dieser Seite finden Sie Beispiele von Projekten mit Kulturbezug, die durch ELER gefördert wurden und werden.

 

Eckdaten

Wer kann beantragen?

Die Landesrichtlinien für die Entwicklung des ländlichen Raumes legen für die einzelne Fördermaßnahme fest, welche Einrichtungen, Organisationen oder Gebietskörperschaften davon profitieren können. Diese finden Sie auf den Websites der zuständigen Landesbehörden oder können Sie dort erfragen.

Bewilligungskriterien

In Deutschland stellen die Bundesländer Entwicklungsprogramme für den ländlichen Raum auf, die aus dem ELER finanziert werden. Zwischen den Förderbereichen des EFRE und des ELER gibt es Überschneidungen im Hinblick auf die Unterstützung der Entwicklung des ländlichen Raums. Jedes Bundesland legt in seinen operationellen Programmen die Abgrenzungen fest. Die Entwicklungspläne und Richtlinien der Bundesländer finden Sie auf den Websites der deutschen Landesbehörden. Für Anträge im Bereich LEADER ist die erste Anlaufstelle in der Regel die jeweilige Lokale Aktionsgruppe.

Finanzielle Aspekte

In Deutschland stehen für den Zeitraum 2014 – 2020 rund 8,3 Milliarden Euro für die ländliche Entwicklung durch den ELER zur Verfügung. Diese EU-Mittel werden mit Beiträgen des Bundes, der Länder und der Kommunen weiter aufgestockt. Details zu der Finanzierung der einzelnen Bundesländer finden sich in den Operationellen Programme. Die Zuschusshöhe variiert je nach Maßnahmeart und Bundesland.

Antrags- und Auswahlverfahren

Die Landesrichtlinien für die Entwicklung des ländlichen Raumes legen für die einzelne Fördermaßnahme fest, welche Einrichtungen, Organisationen oder Gebietskörperschaften davon profitieren können. Diese finden Sie auf den Websites der zuständigen Landesbehörden oder können Sie dort erfragen.

Rechtsgrundlage

Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Dezember 2013, Amtsblatt der Europäischen Union Nr. L 347 vom 20. Dezember 2013, S. 487.

Die Verordnung (EU) Nr.1303/2013 enthält gemeinsame Bestimmungen über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), den Europäischen Sozialfonds (ESF), den Kohäsionsfonds (KF), den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und den Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF). Für diese Fonds gilt ein gemeinsamer Rahmen, der als „Europäische Struktur- und Investitionsfonds“ (ESIF) bezeichnet wird.

 

Links & Kontakte

Allgemeine Informationen

Kontakt/Beratung in Deutschland

Für die Umsetzung des ELER im Zeitraum 2014 bis 2020 gibt es in Deutschland 13 Länderprogramme. Die Stadtstaaten Bremen und Berlin haben sich Niedersachsen bzw. Brandenburg angeschlossen. Hamburg nimmt in dieser Förderphase nicht mit einem eigenen Programm teil. Alle Bundesländer mussten ihre Entwicklungsprogramme bei der Europäischen Kommission einreichen und genehmigen lassen. Seit Mai 2015 sind alle Programme in Deutschland genehmigt.


Baden-Württemberg

Maßnahmen- und Entwicklungsplan Ländlicher Raum Baden-Württemberg
MEPLIII

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz
Baden-Württemberg (MLR)
Kernerplatz 10
70182 Stuttgart
Internetseite

Bayern

Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum in Bayern 2014-2020
EPLR Bayern 2020

Bayerisches Staatsministerium für
Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Ludwigstraße 2
80539 München
Tel.: 089 / 2182 0
Internetseite


Brandenburg (und Berlin)

Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum Brandenburgs und Berlins

Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft
Heinrich-Mann-Allee 103
14473 Potsdam
Internetseite


Hessen

Entwicklungsplan für den ländlichen Raum des Landes Hessen 2014-2020
EPLR

Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Mainzer Straße 80
65189 Wiesbaden
Tel.: 0611 / 815 0
Internetseite


Mecklenburg-Vorpommern

Entwicklungsplan für den ländlichen Raum Mecklenburg-Vorpommerns 2014-2020
EPLR M-V

Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz
Paulshöher Weg 1
19061 Schwerin
Tel.: 0385 / 5880
E-Mail: poststelle@lu.mv-regierung.de
Internetseite


Niedersachsen (und Bremen)

Programm zur Förderung der Entwicklung im ländlichen Raum Niedersachsen und Bremen 2014-2020
PFEIL

Niedersächsisches Ministerium
für Ernährung, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz
Calenberger Straße 2
30169 Hannover
Tel.: 0511 /120 2095
E-Mail: poststelle@ml.niedersachsen.de
Internetseite


Nordrhein-Westfalen

NRW-Programm
Ländlicher Raum

Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz
des Landes Nordrhein-Westfalen
Schwannstr. 3
40476 Düsseldorf
Tel. 0211 / 45 66 0
E-Mail: poststelle@mkulnv.nrw.de
Internetseite


Rheinland-Pfalz

Umweltmaßnahmen, Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft, Ernährung in Rheinland-Pfalz
EULLE

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten
Kaiser-Friedrich-Straße 1
55116 Mainz
Tel.: 06131 / 160
E-Mail: poststelle@mulewf.rlp.de
ELER-Kontaktformular
Internetseite


Saarland

Saarländischer Entwicklungsplan für den ländlichen Raum 2014-2020
SEPL

Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
Referat B/4
Holger Neisius
Ländlicher Raum, Flächenrevitalisierung, ELER-Verwaltungsbehörde
Keplerstraße 18
66117 Saarbrücken
Tel.: 0681 / 501 4266
E-Mail: Eler-vb@umwelt.saarland.de
Internetseite


Sachsen

Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014-2020
EPLR

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
Referat 23
Archivstraße 1
01097 Dresden
Tel.: 0351 / 564 6814
ELER-Kontaktformular
Internetseite


Sachsen-Anhalt

Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum des Landes Sachsen-Anhalt 2014-2020
EPLR

Verwaltungsbehörde ELER
Ministerium der Finanzen
Referat VB ELER
Editharing 40
39108 Magdeburg
Kontaktformular
Internetseite

Schleswig-Holstein

Landesprogramm ländlicher Raum 2014-2020
LPLR

Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holsteins (MELUR)
Referat für ländliche Entwicklung
Inez Kleber
Mercatorstr. 32
4106 Kiel
Tel.: 0431 / 988 5154
E-Mail: inez.kleber@melur.landsh.de
Internetseite

Thüringen

Förderinitiative Ländliche Entwicklung in Thüringen 2014-2020
Filet

Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft
Werner-Seelenbinder-Straße 8
99096 Erfurt
Tel.: 0361 / 37 900
E-Mail: poststelle@tmil.thueringen.de
Internetseite

Kontakt/Beratung in Österreich

An der Umsetzung des österreichischen Programms für ländliche Entwicklung 2014 – 2020 ELER sind bundesweit viele verschiedene Stellen beteiligt. Diese übernehmen im Rahmen ihrer Tätigkeit unterschiedliche Funktionen in der Abwicklung – sei es als Einreich- und/oder Bewilligende Stelle.

Kontaktstellen sind (in der Regel) die jeweiligen Ämter für Ländliche Entwicklung der Landesregierungen der Bundesländer:

Burgenland

Amt der Burgenländischen Landesregierung
-Infostelle-
Europaplatz 1
A-7000 Eisenstadt
Tel.: +43 57 600 DW 2000 oder 2006
E-Mail: post.praesidium@bgld.gv.at
Internetseite

Kärnten

Amt der Kärntner Landesregierung
Abteilung 10 – Land- und Forstwirtschaft
Mießtaler Straße 1
9021 Klagenfurt am Wörthersee
Tel.: +43 50 536 11001
E-Mail: abt10.post@ktn.gv.at
Internetseite

Niederösterreich

Amt der Niederösterreichischen Landesregierung
Abteilung LF3
Landhausplatz 1, Haus 12
A-3109 St. Pölten
Tel: +43 2742 9005 – 12984/-13581/-12766
E-Mail: post.lf3@noel.gv.at
Internetseite

Oberösterreich

Amt der Oberösterreichischen Landesregierung
Direktion für Landesplanung, wirtschaftliche und ländliche Entwicklung
Abteilung Land- und Forstwirtschaft
Bahnhofplatz 1
A-4021 Linz
Tel.: +43 732 77 20-115 01
E-Mail: lfw.Post@ooe.gv.at
Internetseite

Salzburg

Amt der Salzburger Landesregierung
Abteilung 5 - Natur- und Umweltschutz, Gewerbe
Michael-Pacher-Straße 36
A-5020 Salzburg
Tel.: +43 662 8042 5501
E-Mail: 205.kanzlei@salzburg.gv.at
Internetseite

Steiermark

Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Abteilung 10 Land- und Forstwirtschaft
Ragnitzstraße 193
A-8047 Graz
Tel.: +43 316 877 6996
E-Mail: abteilung10@stmk.gv.at
Internetseite

Tirol

Amt der Tiroler Landesregierung
Gruppe Agrar
Heiliggeiststraße 7
A-6020 Innsbruck
Tel.: +43 512 508 3902
E-Mail: gr.agrar@tirol.gv.at
Internetseite

Vorarlberg

Amt der Vorarlberger Landesregierung
Agarbezirksbehörde
Josef-Huter-Straße 35
A-6901 Bregenz
Tel.: +43 5574 511 41005
E-Mail: agrarbehoerde@vorarlberg.at
Internetseite

Wien

Landwirtschaftskammer Wien
Gumpendorferstraße 15
A-1060 Wien
Tel.: +43 0 1 587 95 28
E-Mail: office@lk-wien.at
Internetseite

Projektbeispiele

Projekte (2014-2020)

Lenzinale- Jugend Filmfestival of Nations

Die „Lenzinale" ist eine europäische Jugend-Kurzfilm-Akademie, die in das  Kurzfilmfestival „Festival of Nations" eingebettet wurde. Das Festival fand vom 2.- 8. Juni 2017 in Lenzing statt. Unter Einbindung örtlicher Jugendorganisationen wurden Jugendliche aus der Region von Filmprofis aus den Bereichen Drehbuch, Kamera, Ton und Schnitt ganzjährig geschult und bei ihren Filmarbeiten unterstützt. Ausgerüstet mit entsprechendem Equipment und betreut von Profis aus der Filmwelt, drehten sie gemeinsam mit Jugendlichen verschiedener transnationaler Partner Kurzfilme. Die so entstandenen Filme feierten als Auftakt des „Festivals of Nations“ in einem eigenen Jugendblock Premiere. Die besten Produktionen wurden mit dem „Lenz" prämiert und auf der Schlussveranstaltung einem großen Publikum gezeigt.

Förderprogramm: Österreich - LEADER Transnational Kultur
Laufzeit: 2016-2017
Fördersumme: 73.505 Euro
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Lyrikfestival „Silbentanz“-Mit Worten Berge versetzen

Zwei Regionen in den Bergen-ein Festival. Getrennt durch die Alpen, aber vereint durch eine Sprache, schließen sich Kulturschaffende aus Bad Ischl in OÖ mit Kollegen aus den Südtiroler Bruneck zusammen, laden starke Interpreten zu regionalen Künstlern, und lassen Worte Brücken schlagen, zwischen Ländern und Zeiten, Genres und Generationen.

„Silbentanz" feiert im Herbst 2017 acht Tage lang in Bad Ischl und im Frühjahr 2018 in Bruneck an zwei Orten die Formenvielfalt der Lyrik und schafft durch ein gemeinsames Programm Austausch zwischen Künstlern und Publikum. Hochkarätige Interpreten, regionale und überregionale MusikerInnen und AutorInnen spannen einen Bogen zwischen Antike und Hip-Hop, zwischen Dialekten und Sprachverdichtung. Durch außergewöhnliche künstlerische Begegnungen soll Neues entstehen und zudem überregionales Publikum angelockt werden. Ein Workshop für junge Leute, Publikumsdiskussionen und Zusammentreffen von allen Festivaleilnehmern am Stammtisch runden das Programm ab. Ein Festival zwischen Tradition und Moderne, das auf der Klaviatur der Sprache und Erzählungen den Horizont für die eigene Identität erweitert.

Förderprogramm: Österreich - LEADER Transnational Kultur
Laufzeit: 2016-2018
Fördersumme: 39.754, 40 Euro

VielHarmonieTanzt

VielHarmonieTanzt ©Siegfried Lang

Das Projekt VielharmonieTanzt ist ein inklusives Tanzprojet in der Trägerschaft des Vereins der Freunde und Förderer der Erzgebirgischen Philharmonie Aue e.V.
Ziel des Vereins ist, die klassische Musik einem breiteren Publikum nahe zu bringen.
 
Grund- und Mittelschüler, Senioren, Migranten und Menschen mit Behinderung zwischen 8 und 81 Jahren erarbeiteten unter Anleitung einer Choreographin nach der Musik von Beethovens 6. Sinfonie (Pastorale) den Tanz. Dieser Teilnehmerkreis wurde ganz bewusst gewählt um Menschen zusammen zu führen und intensive, neue Erfahrungen im Umgang miteinander zu sammeln und es sollte ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit gesetzt werden. Die subjektiven Empfindungen von Musik und Tanz der einzelnen Gruppen spielten eine zentrale Rolle. Nach anfänglichen Einzelproben der Gruppen wurden die Choreographien zu einem Ganzen zusammengeführt. Dabei flossen alle Ideen der Teilnehmer gleichberechtigt in das Konzept ein.
Die beiden Aufführungen vor ausverkauftem Kulturhaus waren ein voller Erfolg. Aber auch das Konzept ging auf. Es haben sich Netzwerke gebildet und Freundschaften wurden geschlossen.

Progrqammbereich: ELER- Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen (EPLER) 2014-2020
Laufzeit: 2015-2016
Fördersumme: ca. 23.000 Euro
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Workshop Expedition vor der Haustür

©3hasenoben

Im Rahmen des Konzepts EXPEDITION VOR DER HAUSTÜR startete im Sommer 2015 das Pilotprojekt: WITH MY EYES - SommerWerkstatt mit Jugendlichen, gefördert von LEADER und der well-being Stiftung.

Im Park des Schloss Loshausen (Schwalm-Aue) fand eine Sommer-Theater-Werkstatt mit Jugendlichen statt. 10 junge Menschen im Alter zwischen 13 und 22 Jahren arbeiteten in einem Intensivworkshop eine Woche lang mit 4 Künstler_innen. Weniger das Schauspiel in seiner klassischen Form stand im Mittelpunkt des Workshops. Viel mehr das pure Spiel, das Herumspielen, Neugier und Experimentierfreudigkeit – ähnlich dem kindlichen Rollenspiel. Auf diese Weise übten sich die Jugendlichen in künstlerischen Methoden des Sammelns und der Recherche, sowie im Erfinden und Gestalten von Ideen und Geschichten. In der Arbeit mit künstlerischen Methoden kamen die Teilnehmer_innen durch Spielen, Assoziieren und Experimentieren ihren eigenen Geschichten und den Geschichten der Schwalm auf die Spur. Vor allem aber konnten sie Erfahrungen machen, an denen ihr Selbstbewusstsein gewachsen ist.

Das geförderte Pilotprojekt ist der Auftakt der Reihe EXPEDITION VOR DER HAUSTÜR, ein auf viele Jahre angelegtes Konzept des „theater 3 hasen obenʺ. Es wurde von der Schauspielerin und Theatermacherin Silvia Pahl (Künstlerische Leiterin des Theaters) entwickelt, um den Phänomenen Landflucht und Überalterung, sowie der Erstarrung Kultureller Identität mit künstlerischen Methoden zu begegnen. DIE EXPEDITIONEN betrachten LANDIDENTITÄT von ihren POTENZEN her, nicht von ihren DEFIZITEN. Durch aktive Teilhabe der Bewohner an der künstlerischen Erkundung des eigenen Alltags und der eigenen Umwelt schärft sich das Bewusstsein für vorhandene Potenzen.

Die Werkstatt WITH MY EYES wurde von einem professionellen Filmteam begleitet, im Frühjahr 2016 wurde die Filmdokumentation des Projektes einem breiten, interessierten Publikum vorgestellt. 2016 wurde „With my eyesʺ von der Staatskanzlei Hessen ausgezeichnet mit dem Hessischen Demografie-Preis 2016.

Einen Dokumentarfilm über das Projekt finden Sie auf youtube:
https://www.youtube.com/watch?v=JqXty9TWeqQ&t=547s

Programmbereich: ELER, Land Hessen, LEADER-Region Schwalm-Aue
Laufzeit: 2015-2016
Fördersumme: ca. 12 000 Euro
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Hörpfade im Coburger Land

©Coburg Stadt und Land aktiv GmbH

Geschichte und Kultur beleben, spannende Geschichten über interessante Menschen der Region erzählen, lokale Besonderheiten neu beleuchten, das ist das Ziel des Projektes „Hörpfade im Coburger Land“ der Volkshochschule Coburg Stadt und Land. Gestaltet werden sollen diese Hörpfade von Bürgern für Bürger mit professioneller Unterstützung. Dabei treten diese als Fachexperten, Autoren, Erzähler oder Personenquellen auf, erarbeiten und vertonen gemeinsam Beiträge zu Highlights und besonderen Orten ihrer Heimat, die als Stationen zu einem Hörpfad als kulturellen Spaziergang durch die jeweilige Stadt oder Gemeinde verknüpft werden. „Auch eine Vertonung in Mundart ist denkbar", erklärt Helge Jost Kienel von der VHS, der das Projekt betreut.

In den momentan acht teilnehmenden Partnergemeinden und –städten, sollen insgesamt rund 11 Hörpfade mit mehreren Stationen entstehen. Mit dabei sind die Gemeinden Ahorn, Lautertal, Meeder, Niederfüllbach und Sonnefeld sowie die Städte Bad Rodach, Neustadt bei Coburg und Seßlach. Die fertigen „Audioguides“ werden auf den Homepages der Kommunen eingebunden und können mit dem Smartphone aufgerufen und abgespielt werden.

Programmbereich: ELER, EPLR Bayern 2020, LEADER-Region Coburger Land
Laufzeit: 2016-2017
Fördersumme: ca. 51.258 Euro finanziert aus LEADER sowie Mitteln der Niederfüllbacher Stiftung, der vhs, beteiligter Städte und Gemeinden
Weitere Informationen

Odyssee – 15 Touren durch die Mitte von Mecklenburg-Vorpommern

©Malte Brekenfeld, Maler und Objektkünstler in Repnitz, www.malteart.de

Die „Odyssee“ spürt abgelegene kulturelle Angebote im reizvollen mecklenburgischen Binnenland, abseits der touristisch stark frequentierten Küste, auf und rückt sie ins verdiente Licht. Maßgeblich für die Auswahl der Angebote ist zum einen das einmalige Ambiente: Gelegen inmitten einsamer, hügeliger und seenreicher Landschaft in meist historischen Gebäuden wie Gutshäusern, Scheunen und Pfarrhäusern. Zum anderen achteten die Tourenführerinnen auf die Originalität, Regionalität und Individualität sowie qualitativ hochwertigen und freundlichen Service. Das Ergebnis ist eine optisch mit einem Künstlerlogo und handgezeichneter Karte ansprechend wie auffallend gestaltete Broschüre mit 15 Touren zu mehr als 60 Stationen - darunter liebevoll eingerichtete Garten-Cafés, professionelle Künstlerateliers, Dorfkirchen und herrschaftliche Gutshäuser voller Patina, oftmals auf verschlungenen, naturbelassenen Feldwegen erreichbar.

Die abwechslungsreichen Touren sind für Natur- und Kulturliebhaber an einem Tag zu erkunden, wobei auch der Weg zu besonderen Rastmöglichkeiten und Übernachtungen gewiesen wird. Jede Route ist von den Autorinnen, Insiderinnen dieser ländlichen, aber geschichtsträchtigen Region, individuell und vor Ort recherchiert worden. Projektträger der „Odyssee“ ist der Kunstverein Teterow e.V., der mit der repräsentativen, überregional bedeutsamen Galerie Teterow seit 2013 im großzügigen, aufwändig sanierten Bahnhofsgebäude der Stadt Teterow ansässig ist.
Der Reiseführer steht als kostenloser Download auf der Internetseite des Kunstvereins zur Verfügung und ist ebenfalls als gedruckte Broschüre zu erwerben.

Programmbereich: ELER, LEADER Region Güstrower Landkreis
Laufzeit: 2015-2016
Fördersumme: ca. 19.550 Euro
Weitere Informationen

Artothek – Mobile Skulpturen

Jedes Jahr erschafft ein Künstler-Duo aus der Region zwei unterschiedliche Skulpturen zu einem gemeinsamen Thema. Die fertigen Kunstwerke sollen an öffentlichen bzw. öffentlich zugänglichen Plätzen oder Räumen wie Verwaltungen, Kirchen, Bibliotheken, Kliniken und Betriebe gegen eine Mietgebühr für zwei Jahre aufgestellt werden. Nach Ablauf dieser Zeit kann die Skulptur durch den Mieter entweder erworben werden, oder sie wandert an einen anderen Standort in der Region weiter.

Mit dieser Projektidee soll das Thema Bildende Kunst durch Skulpturen und Plastiken mehr Präsenz und Bedeutung erhalten und ein Beitrag zum kulturellen Mehrwert in der Region geleistet werden. Die Künstler kooperieren bei ihrer Arbeit mit regional ansässigen Betrieben. Die beteiligten Handwerksbetriebe oder Firmen stellen Unterstützung in Form von Material, Maschinen oder technischem Know-How bereit.

Die Skulpturen „Rowdy“ von Henning Schwarz und „Open Sky“ von AKV-Künstlerin Gabriele Müller-Nagler sind die Ergebnisse des ersten Laufjahrs des Projekts. Für Bühl sei das Projekt etwas ganz Neues und Ausdruck der lebendigen Kunstszene, die sich hier etabliert habe, betont Bürgermeister Jokerst. Dazu habe der Projektträger Alternative Kulturverein Bühl e. V. (AKV) maßgeblich beigetragen.

Programmbereich: ELER - Baden-Würrtemberg, LEADER, LEADER-Kulisse Mittelbaden/Schwarzwaldhochstraße
Förderdauer: 2016-2018
Fördersumme: ca. 9.240 Euro
Weitere Informationen

"Rowdy" von Henning Schwarz,
Bild: Eiermann/BT
"Open Sky" von Gabriele Müller-Nagler
Bild: Gospos/AKV Bühl

Projekte (2007-2013)

chiemseeart

Oberstes Ziel des Projektes "chiemseeart - Kunst in der Landschaft" war die Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Verbesserung und der Ergänzung des kulturellen Erbes. Bereits in einem Vorgängerprojekt waren durch mehrere Künstlergruppen Skultupturen realisiert worden, die in der Region aufgestellt sind. Auf Informationstafeln wurden Hinweise zum Künstler und seiner Arbeit gegeben. In der neuen Phase des Projekts wurden weitere Skulpturen ergänzt, um die Idee von Kunst in der Landschaft zu verwirklichen. "chiemseeart" war dabei in vier Bereiche unterteilt: Förderung moderner Gegenwartskunst, Kulturtourismus, Einbindung von Kindern und Jugendlichen, Zugang zu zeitgenössischer Kunst.
Im Rahmen des Projekts wurden öffentliche Informationsveranstaltungen, Symposien, Ausstellungen und Workshops zum Thema Kunst im Naturraum bzw. Kunst mit Naturmaterialien durchgeführt. Die Künstler besuchten Kinder in den Schulen und stellten dabei sich und ihre Arbeit vor.
Gemeinsame wurden die Kunstwerke in der Landschaft betrachtet und so den Kindern auch die Wechselbeziehungen von Kunst und Umwelt erklärt. Mit "chiemseeart" wurde angestrebt, die Region zu einem bedeutenden Standort für zeitgenössische Kunst in der Landschaft zu entwickeln.

Laufzeit: 2010-2013
Weitere Informationen

Frauen der Hunsrück-Region im Wandel der Zeiten

Mit dem Projekt "Frauen der Hunsrück-Region im Wandel der Zeiten" der LAG Hunsrück wurden historische Frauenpersönlichkeiten gewürdigt. Die zu diesem Thema erstellte Publikation "Zwischen Tradition und Aufbruch" beleuchtet die Rolle der Frau von der Antike bis zur Gegenwart. Es werden u.a. Frauen aus der Kelten- und Römerzeit, die Herzoginnen von Simmern und Frauen der Friedensbewegung in den 1980er Jahren vorgestellt. Die Publikation widmet sich aber auch Themen wie Prostitution und Frauen in der Landwirtschaft und der Industrie. Ergänzt wurde die Publikation durch Ausstellungen und thematische Führungen in der Region. Hierfür wurden touristische Begleiter ausgebildet, die dazu befähigt wurden, frauenkulturelle Führungen anzubieten. Mit diesen Begleitern sollte auch das touristische Potenzial der Region weiter erschlossen werden.
Koordiniert wurde das Projekt "Frauen der Hunsrück-Region im Wandel der Zeiten" vom Frauenforum Rhein-Hunsrück. Mit dem Projekt sollte ein wichtiger Teil der regionalen Geschichte und Identität aufgearbeitet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
 
Laufzeit: 2009-2013
Fördersumme: 25.580 Euro
Weitere Informationen

Attraktivierung der Burgruine Kollmitz

Die Burgruine Kollmitz mit ihrem Ausblick ins Thayatal stellt eine der größten Festungsanlagen in Niederösterreich dar. In den vergangenen Jahren wurden vom Verein zahlreiche Maßnahmen zur Erhaltung der Ruine gesetzt, um diese begehbar zu machen und den Gästen der Region ein interessantes Ausflugsziel zu bieten. Darüber hinaus wurde in 2008 ein touristisches Rahmenkonzept zur weiteren Attraktivierung der Burgruine erstellt. Auf Basis dieses Konzepts wurden Maßnahmen wie die Verbesserung der touristischen Inszenierung (Erlebnispunkte, zweisprachige Infotafeln, bauliche Adaptierungen), Erstellung eines Folders in tschechischer Sprache sowie die Aktualisierung der Homepage durchgeführt.

Laufzeit: 2010-2011
Fördersumme: 29.730 Euro
Weitere Informationen

Eulenworkshops

Im Rahmen der "Eulenworkshops" in der Gemeinde Tarp kamen Bildhauerschüler aus ganz Deutschland zu drei Symposien zusammen, bei denen die Schüler kunstvolle Eulen aus Holz schnitzen. Die Berufsfachschüler im zweiten Ausbildungsjahr konnten durch die Ausstellung ihrer Kunst im öffentlichen Raum auf ihr Können aufmerksam machen, wodurch auch Persönlichkeitsbildung, Stärkung der Sozialkompetenz und die praxisorientierte Ausbildung gestärkt wurden. Darüber hinaus wurde ein Eulenwanderweg durch die Gemeinde Tarp und die Landschaft Uggelharde eingerichtet und eine Infobroschüre produziert. Mit dem Eulenwanderweg wurde ein weiterer Baustein im natur- und kulturtouristischen Angebot der Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge komplettiert. Die Eule ist das Symbol der historischen Landschaft Uggelharde und das Wappentier der Gemeinde Tarp. Somit werden durch die Eulenworkshops und den Eulenwanderweg Naturschutz und Kulturhistorie der Region miteinander vernetzt und die regionale Identität gestärkt. Federführende Einrichtung für die Durchführung war die Gemeinde Tarp unter Beteiligung der Schnitzschule Berchtesgaden und weiterer Bildhauerschulen aus Deutschland.
Ziel des Projektes war es die Schaffung eines neuen touristischen Angebots mit praxisorientiert Ausbildung und Qualifizierung für jung Künstler zu verbinden. Hiermit wurde ein Projekt fortgeführt, welches 2007 begonnen hatte. In dem Vorgängerprojekt waren durch das Symposium "Natur und Naturschutz" für Bildhauer bereits die Bereiche "traditionelles Handwerk", "Kunst im öffentlichen Raum" und "Natur und Naturschutz" zusammengeführt worden.

Laufzeit: 2009-2011
Fördersumme: 28.050 Euro
Weitere Informationen