Das Europäische Solidaritätskorps

Solidarität gehört zu den Grundwerten der Europäischen Union. Seit dem Jahr 2018 wird sie mit einem eigenen EU-Programm, dem Europäischen Solidaritätskorps (ESK), gefördert. Das Programm richtet sich an junge Menschen im Alter von 18 bis 30 Jahren, die sich freiwillig engagieren und dazu beitragen möchten, eine sozialere und inklusivere europäische Gesellschaft aufzubauen. Das Programm richtet sich ebenfalls an Organisationen, die sich für eine starke europäische Zivilgesellschaft einsetzen und junge Menschen entweder in ihren Organisationen aufnehmen oder sie bei ihrer Entsendung in Projekte unterstützen möchten.
Mit der Gründung des ESK reagiert die EU auf gesellschaftliche Herausforderungen, fördert die europäische Zusammenarbeit und stärkt lokale Gemeinschaften.


Neben der Förderung von Solidarität sind weitere Ziele des ESK, jungen Menschen den Zugang zu solidarischen Tätigkeiten von hoher Qualität zu erleichtern, damit diese ihre sozialen, bürgerschaftlichen, kulturellen und beruflichen Kompetenzen weiterentwickeln können. Darüber hinaus ist es ein Kernanliegen des ESK, junge Menschen mit geringeren Chancen in die Projekte miteinzubeziehen. 

Das ESK besteht aus drei Aktionen:

  • Freiwilligentätigkeiten
  • Solidaritätsprojekte
  • Praktika und Arbeitsstellen 

Freiwilligentätigkeit

Junge Menschen engagieren sich bei einem gemeinnützigen Projekt im Ausland. Diese können von Umweltprojekten bis zur Mitarbeit in Jugendzentren in benachteiligten Stadtvierteln reichen. Der Freiwilligendienst dauert in der Regel zwischen zwei und zwölf Monaten.
Darüber hinaus haben junge Menschen die Möglichkeit, den Freiwilligendienst in Teams von zehn bis 40 Teilnehmenden anzutreten. Diese Option eignet sich insbesondere für junge Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf.

Solidaritätsprojekte 

Eine der niederschwelligsten Zugangsmöglichkeiten zur Förderung bieten die Solidaritätsprojekte. Diese werden von Gruppen mit mindestens fünf jungen Menschen selbst in ihrem direkten Umfeld entwickelt und durchgeführt. Die Projekte sollen einen positiven Einfluss auf die lokalen Gemeinschaften haben und Europa für die Bürger*innen greifbar machen. Dabei können die Initiativen von Streetart-Projekten bis zu Info-Kampagnen für Schüler*innen des Viertels reichen.
Solidaritätsprojekte haben eine Laufzeit von zwei bis zwölf Monaten und können bei Bedarf von einem Coach unterstützt werden.

Praktika und Arbeitsstellen

Grenzüberschreitende Praktika, die im Rahmen des ESK angetreten werden, haben immer einen Bezug zu Solidarität und Engagement und sollen die jungen Menschen dabei unterstützen, einen Ausbildungsplatz zu finden oder ihnen den Einstieg ins Berufsleben erleichtern.

Durch das ESK geförderte Arbeitsstellen sind grundsätzlich Vollzeittätigkeiten und werden mindestens für drei und maximal für zwölf Monate gefördert, wobei die Beschäftigung danach grundsätzlich fortgesetzt werden kann. Die Arbeitsstellen haben einen Solidaritätsbezug und sprechen gesellschaftliche Bedürfnisse an.  

Kulturförderung durch das Europäische Solidaritätskorps


Das ESK bietet zahlreiche Möglichkeiten, auch kulturelle Projekte umzusetzen. Entscheidend ist die Verknüpfung des kulturellen Themenschwerpunktes mit den Grundideen des ESK, die sozialen und bürgerlichen Kompetenzen junger Menschen zu stärken und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre beruflichen Fähigkeiten, wie beispielsweise Kommunikations- und Organisationsfähigkeiten, weiter zu entwickeln und einen kulturellen Austausch zu fördern.

 

Eckdaten

Wer kann beantragen?

Antragsberechtigt sind jegliche Formen von Organisationen, die ein Tätigkeitsfeld im solidarischen Bereich vorweisen können, lokale, regionale und nationale Behörden. Die Organisationen müssen akkreditiert sein und ein Qualitätslabel besitzen. Darüber hinaus sind Gruppen junger Menschen (mit mind. fünf Mitgliedern) zwischen 18 und 30 Jahren berechtigt, Anträge für Solidaritätsprojekte zu stellen.

Abhängig von den oben erläuterten Aktionen können Projekte in unterschiedlichen Ländern durchgeführt werden:

Freiwilligenprojekte können in den EU27-Mitgliedstaaten und Island, Liechtenstein, Nordmazedonien, Norwegen, der Türkei sowie den benachbarten Partnerländern durchgeführt werden.

Zu den benachbarten Partnerländern gehören: Albanien, Bosnien und Herzegowina, die Republik Kosovo, Montenegro, Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Moldawien, Ukraine, Weißrussland, Algerien, Ägypten, Israel, Jordanien, Libanon, Libyen, Marokko, Palästina, Syrien, Tunesien und die Russische Föderation.

Solidaritätsprojekte können in den teilnehmenden Ländern durchgeführt werden, dazu gehören neben den EU-Mitgliedstaaten aktuell die Türkei und zukünftig vermutlich die EFTA-Staaten Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz.

Praktika und Arbeitsstellen können nur in den EU27-Mitgliedstaaten durchgeführt werden.

Hinweis: Für das Vereinigte Königreich gelten seit dem EU-Austritt Übergangsregelungen. Bis zum Ende der Förderperiode 2020 sind sie voll teilnahme- und förderfähig.

Was wird gefördert?

Förderfähige Aktivitäten umfassen die oben beschriebenen Aktionen. Darüber hinaus werden Aktivitäten gefördert, die eine hohe Qualität von Solidaritäts-Engagement unterstützen.

Leitfaden des Europäischen Solidaritätskorps 2020
Im Programmleitfaden finden Sie detaillierte Informationen zu den einzelnen Aktionen des ESK, den unterstützten Maßnahmen, den Voraussetzungen und den verfügbaren Mitteln. Antragsteller müssen die in diesem Leitfaden erläuterten Teilnahme- und Finanzierungsbedingungen erfüllen.

Bewilligungskriterien

Grundvoraussetzung für die Antragsstellung durch Organisationen ist eine Akkreditierung und die Bewilligung des Qualitätssiegels. Die Akkreditierung garantiert nicht automatisch eine Förderung, sondern soll gewährleisten, dass die Rahmenbedingungen, die die Organisationen den jungen Menschen bieten, mit den Grundsätzen des ESK übereinstimmen.

Die Projekteanträge müssen außerdem die Eignungs-, Vergabe- und Auswahlkriterien erfüllen und dürfen unter keines der Ausschlusskriterien fallen.

Detaillierte Informationen zu den einzelnen Kriterien finden Sie im Programmleitfaden 2020.

Finanzielle Aspekte

Das Budget für die Laufzeit von 2018 – 2020 beträgt 357,6 Mio. €. Davon entfallen 90% auf den Bereich der Freiwilligen- und Solidaritätsprojekte und 10% auf den Bereich Praktika und Arbeitsstellen.

Antrags- und Auswahlverfahren

Antragstellende Organisationen oder Gruppen junger Menschen melden sich über das Organisation Registration System an. Hier geben die Organisationen oder Gruppen junger Menschen ihre rechtlichen und finanziellen Informationen an und erhalten eine Organisations-ID. Erst dann kann der Online-Antrag generiert und ausgefüllt werden.

Verfügen Organisationen aus vorherigen Projekten bereits über einen Programmteilnehmer-Identifikations-Code (PIC), müssen sie sich nicht erneut registrieren und die bereits hinterlegten Daten werden automatisch in das Registrierungssystem übertragen.  

Darüber hinaus sind die jeweiligen Antragsfristen einzuhalten, die im Programmleitfaden 2020 angegeben sind.

Rechtsgrundlage

Verordnung (EU) 2018/1475 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 02. Oktober 2018 zur Festlegung des rechtlichen Rahmens des Europäischen Solidaritätskorps sowie zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 1288/2013 und der Verordnung (EU) Nr. 1293/2013 sowie des Beschlusses Nr. 1313/2013/EU

  

Links & Kontakte

Kontakt/Beratung in Deutschland

Nationalagentur

JUGEND für Europa
Nationale Agentur Erasmus+ JUGEND IN AKTION und Europäisches Solidaritätskorps
Godesberger Allee 142-148
DE-53175 Bonn
Tel.: 0228 / 9506220
E-Mail: jfe[at]jfemail[dot]de
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Kontakt/Beratung in Österreich

Nationalagentur

IZ - Verein zur Förderung von Vielfalt, Dialog und Bildung: Nationalagentur Erasmus+ JUGEND IN AKTION und Europäisches Solidaritätskorps
Dresdner Straße 82/12
A-1200 Wien
Tel.: +43 1 586 75 44
E-Mail: office[at]iz.or[dot]at
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Regionale Beratung in den Bundesländern:

Burgenland

Landesjugendreferat Burgenland - Jugendinfo Burgenland
Europaplatz 1
A-7000 Eisenstadt
Tel.: +43 2682 600-2903
E-Mail: post.a7-jugend[at]bgld.gv[dot]at
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Kärnten

Landesjugendreferat Kärnten
Amt der Landesregierung Kärnten
Hasernstraße 8
A-9020 Klagenfurt
Tel: +43 500 536 33071 | 0676 92 82 464
E-Mail: abt13.jugend[at]ktn.gv[dot]at | office[at]gemma[dot]cc
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Niederösterreich

Jugend:info Niederösterreich
Kremsergasse 2
A-3100 St. Pölten
Tel.: +43 2742 245 65
E-Mail: info[at]jugendinfo-noe[dot]at
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Oberösterreich

Verein 4YOUgend Oberösterreich
Hauptstrasse 51-53
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Salzburg

Akzente Salzburg
Glockengasse 4c
A-5020 Salzburg
Tel.: +43 662 84 92 91
E-Mail: international[at]akzente[dot]net
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Steiermark

LOGO jugendmanagement gmbh
Karmeliterplatz 2, Karmeliterhof / 3.Stock
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InfoEck Tirol
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Tel.: +43 512 57 17 99
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Wien

wienXtra Jugendinfo
Babenbergerstrasse 1
A-1010 Wien
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E-Mail: jugendinfowien[at]wienxtra[dot]at
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Projektbeispiele

Projekte (Programm 2018-2020)

EuroPeer Fotomarathon

©AnastasiiaKokyrtsa

Das Fotoprojekt mit dem Motto „Europa – gestern, heute, morgen“ wurde von einer Gruppe junger Menschen, die sich als „EuroPeers“ engagieren, ins Leben gerufen. Die „EuroPeers“ sind ein Netzwerk aus ehemaligen Freiwilligen von EU-Jugendprogrammen. 
Der Kern des Projektes ist ein dreistündiger Fotomarathon, der gleichzeitig in den Städten Lüneburg, Magdeburg, Fulda, Freiburg und Würzburg stattfand. Dabei wurden den Teilnehmenden 5 europabezogene Themenstellungen an die Hand gegeben, durch die sie Europa in ihren Städten entdecken konnten. Am Ende des Marathons wurden die 5 besten Bilder in jeder Stadt ausgewählt und in einer Wanderausstellung ausgestellt.

Das Projekt soll junge Menschen auf einer lokalen Ebene dazu anregen, sich intensiv mit Europa auseinanderzusetzen und ihre persönliche Perspektive auf Europa kreativ zu präsentieren. Darüber hinaus lädt das Projekt die Teilnehmenden dazu ein, Diskussionen über ihre Blickwinkel und Fotografien anzustoßen, um dadurch besonders dem europäischen (Er)Leben junger Menschen Aufmerksamkeit zu verschaffen. 

Im Rahmen des Fotoprojekts informieren die Initiator*innen in ihrer Rolle als EuroPeers außerdem über die Möglichkeiten, an EU-Programmen, wie dem Europäischen Solidaritätskorps oder Erasmus+ JUGEND IN AKTION mitzuwirken, um europäischen Engagement anzuregen. 

Programmbereich: ESK – Solidaritätsprojekte 

Laufzeit: 2019-2020                                                                

EU-Fördersumme: 6 000 Euro

Weitere Informationen