Jugendförderung in der Europäischen Union

Die Jugendförderung der Europäischen Union erfolgt über das Programm Erasmus +. Erasmus+ ist das EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport für den Zeitraum 2014-2020. Der Jugendbereich von Erasmus+ umfasst Angebote zum nichtformalen und informellen Lernen für junge Menschen.

Erasmus+ Jugend

Erasmus+ knüpft an die europäischen Programme an, die die Europäische Kommission in den Jahren 2007-2013 durchgeführt hat. Um Teilnehmern und Begünstigten früherer Programme den Weg zu Erasmus+ zu weisen und die nötige Kommunikation und Verbreitung sicherzustellen, können für die betreffenden Aktionen in einem bestimmten Sektor zusätzlich zur Marke „Erasmus+ʺ auch die folgenden Bezeichnungen verwendet werden:

  • Erasmus+: Comenius: Programmaktivitäten ausschließlich im Schulbereich
  • Erasmus+: Erasmus: Programmaktivitäten, die ausschließlich den Hochschulbereich betreffen und die sich an Programmländer richten
  • Erasmus+: Erasmus Mundus: Aktivitäten im Zusammenhang mit den Erasmus Mundus GemeinsamenMasterabschlüssen
  • Erasmus+: Leonardo da Vinci: Programmaktivitäten ausschließlich im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung
  • Erasmus+: Grundtvig: Programmaktivitäten ausschließlich im Bereich der Erwachsenenbildung
  • Erasmus+: Jugend in Aktion: Programmaktivitäten, die ausschließlich nichtformales und informelles Lernen bei Jugendlichen betreffen
  • Erasmus+: Jean Monnet: Programmaktivitäten ausschließlich in Verbindung mit EU-Studien
  • Erasmus+: Sport: Programmaktivitäten ausschließlich im Bereich Sport

Mit dem Ziel künstliche Barrieren zwischen verschiedenen Aktionen und Projektformen abzubauen und Synergien zu fördern, werden seit 2014 die sieben bis dahin einzeln geführten EU-Programme unter dem Dach Erasmus+ neu zusammengefasst und darüber hinaus um Programmaktivitäten im Bereich Sport erstmalig erweitert. Förderfähige Aktivitäten im Sportsektor sind zum Beispiel Kooperationspartnerschaften zur Förderung der sportlichen Integrität oder auch gemeinnützige europäische Sportveranstaltungen. Erasmus+ soll den Programmländern helfen, das Potenzial der Talente und der sozialen Güter in Europa aus der Perspektive des lebenslangen Lernens wirksam zu nutzen, indem die Unterstützung von Aktivitäten zum formalen, nichtformalen und informellen Lernen in allen Bereichen der allgemeinen und beruflichen Bildung und im Jugendbereich miteinander verbunden wird.
Das Programm Erasmus+ ist nicht mehr nach Zielgruppen, sondern in folgende drei Leitaktionen / Key Actions (KA) unterteilt:

1.Lernmobilität von Einzelpersonen

  • Mobilität von Lernenden und von Personal
  • Vollstipendien und Darlehen für Masterabschlüsse

2.Zusammenarbeit zur Förderung von Innovation und zum Austausch von bewährten Verfahren

  • länderübergreifende, strategische Partnerschaften
  • Wissensallianzen
  • Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten
  • Kapazitätsaufbau
  • elektronische Plattformen wie eTwinning, EPALE oder das Europäische Jugendportal

3. Unterstützung politischer Reformen

  • Wissen zur faktengestützten Politikgestaltung und zur Überwachung
  • Initiativen zur Anregung innovativer politischer Konzepte
  • Unterstützung europäischer politischer Instrumente
  • Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen
  • Förderung des Dialogs mit Akteuren von politischen Maßnahmen und des Programms
    unter Einbezug öffentlicher Stellen

Eckdaten

Wer kann beantragen?

Teilnehmen können Organisationen aus:

  • den 28 EU-Mitgliedsstaaten
  • Island, Liechtenstein und Norwegen
  • der ehemaligen Jugoslawische Republik Mazedonien und der Türkei
  • die Schweiz nimmt als Partnerland an Erasmus+ teil. Die Schweizerische Stiftung für eidgenössische Zusammenarbeit gibt Informationen dazu, wie sich Organisationen aus der Schweiz beteiligen können.

Benachbarte Partnerländer können je nach Aktion unter bestimmten Bedingungen teilnehmen. Dazu gehören Albanien, Bosnien und Herzegowina, Republik Kosovo, Montenegro, Serbien, Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Moldawien, Ukraine, Weißrussland, Algerien, Ägypten, Israel, Jordanien, Libanon, Libyen, Marokko, Palästina, Syrien, Tunesien sowie die Russische Föderation. Darüber hinaus gibt es für einige Aktionen des Programms weitere Partnerländer, die detailliert im Programmleitfaden aufgeführt sind.

Zu den antragsberechtigten Organisationen gehören Organisationen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Verbände und Vereine im Jugendbereich, lokale, kommunale und regionale Behörden, Jugendliche, die sich in informellen Gruppen zusammenfinden, gGmbH und unter speziellen Bedingungen GmbH.

Was wird gefördert?

Im Rahmen von Jugend in Aktion werden vor allem Mobilitätsprojekte für junge Menschen (darunter Jugendaustausche und Europäischer Freiwilligendienst) und Jugendarbeiter, Strategische Partnerschaften, groß angelegte Europäische Freiwilligendienst-Events sowie Treffen zwischen jungen Menschen und Entscheidungsträgern im Jugendbereich gefördert. Unter den drei Leitaktionen werden konkrete Aktionen beschrieben, mit denen die Programmziele im Jugendbereich erreicht werden sollen.

Leitaktion 1

  • bi-, tri- und multilaterale Jugendbegegnungen
  • Europäischer Freiwilligendienst
  • Mobilitätsmaßnahmen für Fachkräfte der Jugendarbeit

Leitaktion 2

  • Strategische Partnerschaften, die auf Innovationen im Jugend- und Bildungsbereich abzielen.

    Wie alle Förderbereiche stehen die Strategischen Partnerschaften in einem klaren politischen Kontext, sind aber aufgrund ihrer Komplexität, Dauer und Flexibilität in besonderer Weise geeignet, jugendpolitische Schwerpunkte aufzugreifen und jugendpolitische Wirkungen zu erzielen. Strategische Partnerschaften umfassen zwei unterschiedliche Projekttypen: Strategische Partnerschaften zur Unterstützung von Innovationen, die innovative Ideen und Ergebnisse entwickeln und zu ihrer Verbreitung und Verwendung beitragen sollen und Strategische Partnerschaften zum Austausch guter Praxis, bei denen die Vernetzung der Partner untereinander und das Peer Learning im Zentrum stehen.

  • Transnationale Jugendinitiativen

    Transnationale Jugendinitiativen fallen formal unter die Strategischen Partnerschaften, sind jedoch von den Zielgruppen, Zielsetzungen, Inhalten und Formaten so different angelegt, dass sie gesondert betrachtet werden müssen.

Leitaktion 3

  • Strukturierter Dialog mit jungen Menschen: Treffen von jungen Menschen mit Entscheidungsträgern im Bereich Jugend

    Projekte im Rahmen des Strukturierten Dialogs können in Form von Treffen, Konferenzen, Konsultationen und sonstigen Veranstaltungen durchgeführt werden. Ein konkretes Anliegen dieser Veranstaltungen besteht darin, jungen Menschen Gehör zu verschaffen, etwa durch die Formulierung von Standpunkten, Vorschlägen und Empfehlungen zur Gestaltung und Umsetzung von Jugendpolitik in Europa.
  • Weitere Aktionen zur Unterstützung politischer Reformen im Bereich Jugend, die entweder unmittelbar von der Europäischen Kommission oder über spezifische Aufforderungen der Exekutivagentur zur Einreichung von Vorschlägen umgesetzt werden

Die für jede Leitaktion förderbaren Maßnahmen für die einzelnen Key Actions werden im Programmleitfaden von Erasmus+ detailliert aufgeführt.


2016
wird folgenden Projekten besondere Beachtung geschenkt:

  • Projekte, die marginalisierte junge Menschen erreichen wollen, kulturelle Diversität fördern, interkulturellen und religiösen Dialog, die gemeinsamen Werte Freiheit, Toleranz und Achtung vor Menschenrechten entwickeln sowie Projekte, die Medienkompetenzen, kritisches Denken und den unternehmerischen Sinn junger Menschen erhöhen.
  • Projekte, die darauf abzielen, Fachkräfte der Jugendarbeit mit Kompetenzen und Methoden auszustatten, die mit dem Ziel der Vermeidung von Radikalisierung von jungen Menschen die Vermittlung fundamentaler und gemeinsamer Werte unserer Gesellschaft ermöglichen; insbesondere sollen mit diesen Projekten junge Menschen erreicht werden, die sich am Rand der Gesellschaft bewegen.
  • Angesichts der gegenwärtigen krisenhaften Situation in Europa und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Jugendarbeit, non-formale Lernaktivitäten und Freiwilligenarbeit einen bedeutenden Beitrag dazu leisten können, die Bedürfnisse von Flüchtlingen, Asylsuchenden und Migranten zu adressieren und/oder entsprechende Aufmerksamkeit in den lokalen Gemeinschaften zu erhöhen wird besondere Aufmerksamkeit auch darauf gelegt werden, diejenigen Mobilitäts-Vorhaben zu unterstützen, die Flüchtlinge, Asylsuchende und Migranten einbeziehen.

Programmleitfaden Erasmus+
Im Programmleitfaden von Erasmus+ finden Sie weiterführende Informationen zu den Schwerpunkten des Programms, den unterstützten Maßnahmen, den für verschiedene Maßnahmen verfügbaren Mitteln und den genauen Teilnahmebedingungen. Antragsteller müssen die, in diesem Leitfaden erläuterten Teilnahme- und Finanzierungsbedingungen, erfüllen.

Bewilligungskriterien

Die eingereichten Projektanträge werden nach den Kriterien „Relevanz”, „Qualität der Projektkonzeption und –durchführung”, „Qualität der Zusammensetzung des Projektteams und der Kooperationsvereinbarungen” sowie „Wirkung und Verbreitung” bewertet.

Finanzielle Aspekte

Das Gesamtbudget für die Laufzeit 2014-2020 beträgt 14,7 Mrd. Euro. Davon entfallen rund 10 Prozent (ca. 1,47 Mrd. Euro) auf das Jugendprogramm.

Antrags- und Auswahlverfahren

Für eine Antragstellung müssen sowohl Antragsteller als auch Partner sich im Registrierungsportal der Europäischen Kommission (European Commission Authentication Service - ECAS) sowie im Participant´s Portal anmelden, um einen so genannten PIC (Personal Identification Code) zu erhalten. Dabei werden rechtliche und finanzielle Informationen der Organisation im zentralen Registrierungsportal der Europäischen Kommission (URF = Unique Registration Facility) hinterlegt. Erst danach ist die Generierung des Antragsformulars möglich. Die Anträge werden über eine Funktion im Antragsformular direkt elektronisch entweder bei der Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles und Kultur (EACEA) eingereicht oder bei der jeweiligen Nationalagentur. In Abhängigkeit zum Beginn der Maßnahme sind Antragsfristen einzuhalten, die im Programmleitfaden genannt werden.

Rechtsgrundlage

Verordnung (EU) Nr. 1288/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2013 zur Einrichtung von „Erasmus+", dem Programm der Union für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport, und zur Aufhebung der Beschlüsse Nr. 1719/2006/EG, Nr. 1720/2006/EG und Nr. 1298/2008/EG, Amtsblatt der Europäischen Union Nr. L 347 vom 20. Dezember 2013, S. 50

  

Links & Kontakte

Kontakt/Beratung in Deutschland

Nationalagentur

JUGEND für Europa
Nationale Agentur Erasmus+ JUGEND IN AKTION
Godesberger Allee 142-148
DE-53175 Bonn
Tel.: 0228 / 9506220
E-Mail: jfe@jfemail.de
Internetseite

Kontakt/Beratung Österreich

Nationalagentur

Interkulturelles Zentrum (IZ)– Nationalagentur Erasmus+: Jugend in Aktion
Dresdner Straße 82/12
A-1200 Wien
Tel.: +43 1 586 75 44
E-Mail: iz@iz.or.at
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Regionale Beratung in den Bundesländern:

Burgenland

Landesjugendreferat Burgenland - Jugendinfo Burgenland
Europaplatz 1
A-7000 Eisenstadt
Tel.: +43 2682 600-2905
Fax: +43 2682 600-2950
E-Mail: jugendinfo@icb.at
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Kärnten

Landesjugendreferat Kärnten
Amt der Landesregierung Kärnten
Adlergasse 20
A-9020 Klagenfurt
Tel: +43 50 536 14 671
Fax: +43 50 536 14 670
E-Mail: post.jugend@ktn.gv.at
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Niederösterreich

Jugend:info Niederösterreich
Klostergasse 5
A-3100 St. Pölten
Tel.: +43 2742 245 65
E-Mail: info@jugendinfo-noe.at
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Oberösterreich

Verein 4YOUgend Oberösterreich
Hauptstrasse 51-53
A-4020 Linz
Tel: +43 732 771 030-12
Fax: +43 732 771 030- 4
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Salzburg

Akzente Salzburg
Glockengasse 4c
A-5020 Salzburg
Tel.: +43 662 84 92 91
Fax: +43 662 84 92 91-16
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Steiermark

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Tirol

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aha Tipps & Infos für junge Leute
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E-Mail: jugendinfowien@wienxtra.at
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Projektbeispiele

Projekte (Programm 2014-2020)

You&Me - a youth film project for a new European narrative

©Citizens For Europe

You&Me ist ein Projekt für und von jungen Europäern, die aus ländlichen Gegenden stammen und dort leben. Diese Lebensräume sind, im Gegensatz zu urbanen Wohnorten, häufig negativ belegt mit Assoziationen wie Isolation, Ereignislosigkeit, begrenztes Stellenangebot, weniger Entfaltungsmöglichkeiten sowie mit verminderter Mobilität. You&Me animiert junge Menschen aus Deutschland, Griechenland und Spanien eine Kamera in die Hand zu nehmen und ihre eigenen Geschichten jenseits von Vorurteilen, Stereotypen und dem europäischen, medial aufbereiteten Narrativ zu erzählen. Die jungen Teilnehmer im Alter von 15 bis 30 Jahren erlernen von professionellen Filmemachern in verschiedenen Workshops die Grundlagen von Kamera-und Filmtechnik, Techniken in der Durchführung von Interviews und in der Konzeptentwicklung und Herstellung von Storyboards. In transnationalen Gruppen reisen die Teilnehmer durch die ländlichen Gegenden von Brandenburg, der Attika und Aragón. Dort werden andere Jugendliche interviewt und befragt nach ihren Leben, Träumen und täglichen Herausforderungen. Das jeweilige Verhältnis zur Europäischen Union wird erkundet und untersucht, wie und ob es Verbindungen zu Brüssel gibt, zu anderen Nationen und anderen Jugendlichen dieser Länder. Untereinander und für alle Interessierten wird sich über soziale Medialen ausgetauscht und es entstehen Blogs mit Fotografien, Videoaufnahmen und vielen Geschichten. Zum Abschluss entsteht eine Dokumentation, die ein neues, frisches Porträt der europäischen Jugend zeigt und anregt über Narrative nachzudenken und sie mit- und umzuschreiben. Die Partner des Projekts sind: Asociación Fondo Natural (Spanien), Bridging Europe (Griechenland), Citizens For Europe (Deutschland) und European Alternatives Berlin e.V. (Deutschland).

Programmbereich: Leitaktion 2
Laufzeit: Februar 2016 – Januar 2017
Fördersumme: 33.925 €
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Exploring roots and ways of cultural diversity in music and education

©Aleksandar Stojkovic / Roter Baum

Musik ist die universelle Sprache, welche auf der ganzen Welt gesprochen und verstanden wird. Gibt es überhaupt serbische oder italienische Melodien, portugiesische oder deutsche Harmonik und israelische Rhythmen? Oder unterscheidet sich die Musik lediglich in der Landessprache? Was passieren wird, wenn man Musiktraditionen und Musikvorlieben von 30 jungen Menschen aus diesen fünf verschiedenen Ländern miteinander kombiniert, soll bei verschiedenen Treffen herausgefunden werden. Dazu gehen wir auf die Reise, quer durch Europa und gründen in jedem der Partnerländer Bands. Ob Fado-Rap, Techno-Trallalero, Yemenite-Metal, Indie-Čoček oder auch Volksmusik-Hip-Hop. Alles kann frei kombiniert und ganz neu erfunden werden. Erlaubt ist was bunt ist. Am Ende jeder Begegnung gibt es jeweils ein öffentliches Konzert mit allem was dazu gehört. Organisiert wird das Projekt vom Roter Baum Berlin UG.

Programmbereich: Leitaktion 1
Laufzeit: April 2014 – November 2016 (Leitaktion 1)
Fördersumme: 93.660 Euro
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(De-)Construct Gender: Urban Culture for Equal Rights and Sexual Diversity

©2016 Aileen Wessely – www.farbanomalie.de

Welche Rolle spielen Genderidentitäten und sexuelle Orientierung in ihren unterschiedlichen Facetten im Leben junger Menschen in Europa? Junge Künstler_innen aus neun Ländern kamen auf der Nordseeinsel Baltrum zusammen, um in interdisziplinären Kleingruppen Kurzfilme, Songs, Musikvideos und kleine Liveperformances zum Thema „Gender” zu entwickeln: Wo geben uns gesellschaftliche Geschlechterrollen Privilegien, wo schränken sie uns ein? Und wie können wir die Privilegien teilen und unsere Freiheit zurückerobern? Die 57 jungen Künstler_innen beschäftigten sich 14 Tage lang intensiv mit diesen Themen und präsentierten ihre Ergebnisse zum Abschluss des Projekts im Motoki-Wohnzimmer in Köln-Ehrenfeld. Das Projekt wurde koordiniert vom ROOTS & ROUTES Cologne e.V. und mit folgenden Partnern realisiert: Stichting ROOTS & ROUTES (Niederlande), Subjective Values Foundation (Ungarn), Rock in Faches (Frankreich), Synergy of Music Theatre (Griechenland), Rutes I Origens (Spanien) and ABi Associates CIC (Vereinigtes Königreich Großbritannien).

Programmbereich: Leitaktion 1
Laufzeit: Mai 2015- Januar 2016
Fördersumme: 50.930 Euro
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Ich hab Bock auf Kulturschock! - Internationale Jugendbegegnung in Würzburg

©Traudl Baumeister

Das Projekt Ich hab Bock auf Kulturschock war eine internationale Jugendbegegnung mit Schwerpunkt Theater. Zielgruppe waren insgesamt 25 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren aus Frankreich, Polen, Schweden, Tschechien und der Region Würzburg. Die Begegnung fand vom 27. Juli bis 02. August 2015 in Würzburg statt. Das Programm beinhaltete insbesondere Workshops und Übungen mit theaterpädagogischen Methoden, die es ermöglichen sich auch ohne gemeinsame Sprache zu begegnen und zu kommunizieren. Sprachliche, kulturelle und politische Grenzen verwischen – die Teilnehmer begegnen sich beim internationalen Theateraustausch auf einer gemeinsamen Ebene. Die Themen der Theaterworkshops waren: Impro-Theater, Selbstbeherrschung, Meister der Grimasse, Pantomime, Einsatz von Stimme und Atmung oder Maskengestaltung. Darüber hinaus hatten die Jugendlichen Gelegenheit zu gemeinsamen Aktivitäten in der Region, wie z.B. die Besichtigung der UNESCO-Weltkulturerbe Residenz, einer Wanderung in den Weinbergen, der Veranstaltung eines World-Cafés zum Thema internationaler Austausch, sowie für die Auseinandersetzung mit Stereotypen und Vorurteilen. Organisiert wurde das Projekt vom Kreisjugendring Würzburg des Bayerischen Jugendrings KdöR.

Programmbereich: Leitaktion 1
Laufzeit: Mai 2015 – Dezember 2015
Fördersumme: 14.777 Euro
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Enter the Void - appropriating urban free spaces for youth culture

©Kulturersatz e.V.

Enter the void lädt 30 internationale Experten aus dem Bereich Jugend, (Sub-)Kultur und Stadtplanung ein, um die Rolle von Freiräumen für junge Menschen und deren selbstorganisierte kulturelle, soziale und politische Beteiligung in vier europäischen Hauptstädten zu untersuchen. Das Ziel ist es einen Dialog zwischen jungen Menschen und Entscheidungsträgern in Gang zu setzen, unterstützt von Experten verschiedener Disziplinen, um den Zugang und die Bereitstellung von urbanen Räumen für Jugendliche, und für deren kreative, (sub-)kulturelle Ideen und Aktionen, zu erleichtern. Es werden Erfahrungen und Wissen ausgetauscht, international vorzeigbare und gelungene Beispiele vorgestellt und konkrete Aktionen in Form von lokalen Satellitprojekten als Laboratorien für neue Lösungswege in den vier Städten installiert. Der Ansatz ist radikaler Natur, es sollen nicht nur bereits erschlossene Zielgruppen erreicht werden, sondern im Besonderen auch junge Leute der kulturellen ‚Subkultur‘, abseits des Mainstreams, angesprochen und eingebunden werden. Frei übersetzt meint der Titel des Projekts: „Ermöglicht den Zugang zu Freiräumen!“. Dies soll nicht eine Aufforderung bleiben, sondern im Ergebnis der Kooperation wird ein Leitfaden für lokale Politiker und Administratoren entstehen und Strategien zur konkreten Umsetzung in der Praxis vorgestellt. In diesem Rahmen wird auch über die EU-Jugendstrategie innerhalb des Strukturierten Dialogs informiert.

Programmbereich: Leitaktion 3
Laufzeit: Januar 2016 – Januar 2018
Fördersumme: 50.000 Euro
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Projekte (Programm 2007-2013)

Blue Cow Stops Motion

© Jörg Harde

Im Rahmen der trilateralen Begegnung Blue Cow Stops Motion beschäftigten Jugendliche aus Deutschland, Litauen und Italien sich mit dem Thema Mobilität auf dem Lande. Bei einer Begegnung in Deutschland produzierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Stop-Motion-Film zu diesem Thema, 2014 fand ein Treffen auf Sizilien statt, bei dem u.a. die Frage nach der europäischen Bürgerschaft in ländlichen Gegenden diskutiert wurde. Organisiert wurde die Jugendbegegnung vom Kinder- und Jugendring Swisttal e.V., Partner waren das Offene Jugendzentrum Rietavas in Litauen und eine informelle Jugendgruppe der Schule "Instituto tecnico industriale Leonardo da Vinci" aus Trapani auf Sizilien.

Programmbereich: Aktion 1 - Jugend für Europa
Laufzeit: 2013-2014
Fördersumme: 21.204 Euro
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Portal of Good News

Auf der Internetseite Portal of Good News stellten junge Deutsche, Polen, Tschechen, Slowaken und Ungarn Beispiele positiver Zusammenarbeit zwischen ihren Ländern, Regionen und Gemeinden vor. Sie berichteten in Artikeln, Bildern und Blogs über Kooperationen aus den Bereichen Kultur, Jugendarbeit, Bildung und Wirtschaft. Damit wollten sie die positiven Seiten der gemeinsamen Beziehungen herausstellen und gleichzeitig eine breite Öffentlichkeit darüber informieren. Koordiniert wurde das Projekt von der Berliner Kreisau-Initiative e.V.

Programmbereich: Aktion 4 - Strukturen für Jugendarbeit
Laufzeit: 2012-2013
Fördersumme: 14.474 Euro
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EU-CN Urban culture x change

Das vom Berliner Verein Berlin Massive koordinierte Begegnungs- und Austauschprojekt brachte 140 Jugendliche aus Deutschland, den Niederlanden und China zusammen. Im Mittelpunkt stand das gemeinsame Interesse an HipHop und Graffiti. In medienpädagogischen und künstlerischen Workshops sowie non-formalen Projektmanagementseminaren hatten die Jugendlichen die Gelegenheit gemeinsam kreativ tätig zu sein. Sie sollten darin bestärkt werden, sich für die Entwicklungen der (jugend)kulturellen Beziehungen zwischen der EU und China zu interessieren und an deren Umsetzung mitzuwirken. EU-CN Urban culture x change zielte zum einen auf die persönliche Entwicklung der Teilnehmer, aber auch auf die Entwicklung der Beziehung zwischen der EU und China ab. So sollten die Teilnehmer z.B. in ihren sozialen und digitalen Kompetenzen und ihrer Handlungsfähigkeit gestärkt werden. Allgemeine Ziele waren der Kulturaustausch, die Förderung des interkulturellen Dialogs sowie der Austausch von bewährten Praktiken im Jugendbereich und der nicht-formalen Bildung.
Während der Workshops und Bildungstouren in Europa und China erstellten die TeilnehmerInnen einen europäisch-chinesischen Weblog, mit dem die HipHop-Kultur in Europa und China vorgestellt wurde. Bei selbstorganisierten Jams, Workshops und Ausstellungen entstanden im öffentlichen Raum Wandgemälde, die sich mit thematisch mit Europa und China auseinandersetzen. Neben dem Koordinator Berlin Massive e.V. waren Stiftungen und Kultureinrichtungen aus China und den Niederlanden an dem Projekt beteiligt.

Programmbereich: Aktion 3 - Jugend in der Welt
Laufzeit: 2012
Fördersumme: 24.806 Euro
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[Grenzen]los

© TeilnehmerInnen des Austausches

Ob trotz der Verbindungen im vereinten Europa nach wie vor Grenzen bestehen, war die zentrale Frage des Projekts [Grenzen]los - Portrait der ersten europäischen Generation, das in Zusammenarbeit mit dem Kulturforum Dresden (DE) und Klaipeda Culture Communiation Center (LT) durchgeführt wurde. Zwanzig Jugendliche zwischen 20 und 27 Jahren kamen in Dresden und Klaipeda zusammen, um sich mit der deutschen Wendezeit 1989/90 und der "singenden Revolution" in Litauen von 1990/91 zu befassen. An beiden Orten sprachen die TeilnehmerInnen mit Zeitzeugen und besuchten Stätten, die mit den Revolutionen in Verbindung stehen. Auch ein gemeinsamer Filmabend half, Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzudecken.
Das Thema [Grenzen]los wurde aber auch künstlerisch aufgegriffen. Im Dresdner Stadtraum und am Ostseestrand in der Nähe Klaipedas wurden künstliche Grenzen mit Absperrband errichtet. Mit dem rot-weißen Band wurden die Farben der Schlagbäume an Ländergrenzen aufgegriffen. Passanten wurden aufgefordert, die Grenzen zu übertreten und so in das Projekt einbezogen.

Programmbereich: Aktion 1 - Jugend für Europa
Laufzeit: 2011-2012
Fördersumme: 7.196 Euro
Weitere Informationen 

Stream it!

© Stream it!

Im Rahmen des Projekts "Stream it! Social inclusion through new media" wurden Jugendlichen im Rahmen eines mehrtägigen Seminars grundlegende Fähigkeiten zum Umgang mit neuen Medien vermittelt. Die dann erlernten Fähigkeiten sollen in der Arbeit mit anderen Jugendlichen umgesetzt werden. In mehreren Workshops wurden verschiedene Techniken vermittelt und diskutiert. Dabei ging es um neue Medien, Planung und Umsetzung von eigenen Maßnahmen, Dokumentation und Berichterstattung über Aktionen sowie Interviews. Zusätzlich sollen während des Seminars von den Jugendlichen eigene Projektideen entwickelt und mit den anderen TeilnehmerInnen diskutiert werden. Organisiert wurde das Seminar "Stream it! Social inclusion through new media" von Loesje e.V. aus Berlin. Neben Jugendlichen aus Deutschland nahmen auch junge Menschen aus Spanien, den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich, Lettland und Italien an dem Seminar teil.

Programmbereich: Aktion 4 - Strukturen für Jugendarbeit
Laufzeit: 2010-2011
Fördersumme: 26.583 Euro
Weitere Informationen