Forschungsförderung in der Europäischen Union

Ziel der Forschungsförderung ist es, zum Aufbau einer unionsweiten wissens- und innovationsgestützten Gesellschaft und Wirtschaft beizutragen und einen Europäischen Forschungsraum (EFR) zu verwirklichen, um die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu sichern. Die Forschungsförderung in der Europäischen Union erfolgt von 2014-2020 über das Programm Horizont 2020, das das vorherige 7. Forschungsrahmenprogramm ersetzt und die forschungsrelevanten Teile des Rahmenprogramms für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP) sowie das Europäische Technologieinstitut (EIT) integriert. 

Horizont 2020

Die Programmstruktur von Horizont 2020 ist in drei Schwerpunkte, zwei Einzelziele und die Gemeinsame Forschungsstelle (Joint Research Center, JRC) sowie das Innovations- und Technologieinstut (European Institute of Innovation and Technology, EIT) unterteilt.

Schwerpunkt I : Wissenschaftsexzellenz
Schwerpunkt I hat das Ziel, die besten Ideen zu fördern, Talente innerhalb Europas aufzubauen und zu halten, Forschern den Zugang zu wichtigen Forschungsinfrastrukturen zu ermöglichen und Europa zu einem attraktiven Standort für die weltbesten Wissenschaftler zu machen. Der Bereich Wissenschaftsexzellenz ist überwiegend themenoffen und bietet damit vielfältige Möglichkeiten für Wissenschaftler aus allen Bereichen und Disziplinen.

•    Europäischer Forschungsrat (ERC)
•    Künftige und neu entstehende Technologien: Future and Emerging Technologies (FET)
•    Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen
•    Forschungsinfrastrukturen

Schwerpunkt II : Führende Rolle der Industrie
Schwerpunkt II hat das Ziel, Europa zu einem attraktiven Standort für Investitionen in Forschung und Innovation zu machen. Der Schwerpunkt richtet sich gezielt an die industrielle Forschung. Die Industrie und speziell die Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU) sind bedeutende Treiber für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Sie werden hier unterstützt und vernetzt.

•    Grundlegende und industrielle Technologien, inkl. Schlüsseltechnologien
•    Risikofinanzierung
•    Innovation in Kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)

Schwerpunkt III : Gesellschaftliche Herausforderungen
Schwerpunkt III spiegelt die politischen Prioritäten der Strategie Europa 2020 wider und behandelt Probleme, die die Bürger innerhalb sowie außerhalb Europas bewegen. Dafür sollen die in Europa transnational und interdisziplinär vorhandenen Ressourcen und Kenntnisse (einschließlich der Geistes- und Sozialwissenschaften) zusammengeführt werden. Die Ziele und Inhalte wurden in sieben Themenkomplexe gebündelt und lassen sich in kleinere Ebenen unterteilen. Alle verlangen nach interdisziplinär entwickelten innovativen Lösungen. Eine Reihe von Querschnittsaspekten unterstützt Forscherinnen und Forscher bei den vielfältigen Aufgaben.

  1. Gesundheit, demografischer Wandel und Wohlergehen
  2. Herausforderungen für die europäische Biowirtschaft: Ernährungs- und Lebensmittelsicherheit, nachhaltige Land- und Forstwirtschaft, marine, maritime und limnologische Forschung
  3. Sichere, saubere und effiziente Energie
  4. Intelligenter, umweltfreundlicher und integrierter Verkehr
  5. Klimaschutz, Umwelt, Ressourceneffizienz und Rohstoffe
  6. Europa in einer sich verändernden Welt: integrative, innovative und reflektierende Gesellschaften
  7. Sichere Gesellschaften – Schutz der Freiheit und Sicherheit Europas und seiner Bürger

     

    Einzelziel „Verbreitung von Exzellenz und Ausweitung der Beteiligungʺ
    Im Einzelziel sollen u.a. exzellente Forschungseinrichtungen zusammengeführt, EFR-Lehrstühle eingerichtet und Forscher, die nicht in europäische und internationale Netze eingebunden sind, unterstützt werden.

    Einzelziel „Wissenschaft mit der und für die Gesellschaftʺ
    Das Vertrauen der Bürger in die Wissenschaft soll gestärkt und der Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen leichter gemacht werden.

    Die Gemeinsame Forschungsstelle (Joint Research Center, JRC)
    Das JRC unterstützt die EU-Politik mit wissenschaftlichen Daten.

    Das Innovations- und Technologieinstut (European Institute of Innovation and Technology, EIT)
    Das EIT soll exzellente Forschung, Bildung und Innovation zu einem Wissensdreieck zusammenführen.

     

    Detaillierte und weiterführende Informationen zu Horizont 2020 finden Sie im Programmleitfaden/Work Programme.

     

    Kulturförderung in Horizont 2020

    Ein Anliegen des Forschungsprogramms ist das Bestreben, einen Beitrag zum Verständnis der geistigen Grundlage Europas, seiner Geschichte und der vielen europäischen und außereuropäischen Einflüsse zu leisten. Für die Umsetzung dieser Ziele werden im Rahmen von Horizont 2020 beispielsweise die Erforschung des Erbes, der Identität und der Integration Europas und der kulturellen Wechselwirkungen gefördert.

    Die Verbundforschung in Horizont 2020 erfolgt nicht disziplinorientiert (wie im 7. Forschungsrahmenprogramm), sondern orientiert sich an gesellschaftlichen Herausforderungen. Somit sind die Sozial- Wirtschafts- und Geisteswissenschaften in nahezu allen Bereichen von Horizont 2020 als Querschnittsthema vertreten. Fördermöglichkeiten für Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften in allen Programmbereichen von Horizont 2020 listet die Publikation „Opportunities for Researchers from the Socio-Economic Sciences and Humanities (SSH) ʺ auf.

    Die Förderung kultureller Projekte erfolgt mehrheitlich unter folgenden Unterpunkten:

    Schwerpunkt I - Wissenschaftsexzellenz
       3.) Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen
    Schwerpunkt II - Führende Rolle der Industrie
       2.) Führende Rolle bei grundlegenden und industriellen Technologien
           2.1 Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT); digitale Inhalte, Kultur- und Kreativindustrie
    Schwerpunkt III - Gesellschaftliche Herausforderungen
        6.) Europa in einer sich verändernden Welt: integrative, innovative und reflektierende Gesellschaften     
            6.1 Inklusive Gesellschaften: sozialer Zusammenhalt in einem sich verändernden Europa
            6.2 Innovative Gesellschaften: Teilhabe von Menschen, Organisationen und Unternehmen an Innovationsprozessen
            6.3 Reflektierende Gesellschaften: kulturelles Erbe und europäische Identität
     

    Details zu Schwerpunkt III: Gesellschaftliche Herausforderungen

    Besondere Relevanz für kulturelle Maßnahmen hat der dritte Schwerpunkt Gesellschaftliche Herausforderungen und hier speziell seine drei einzelnen Herausforderungen:

    1. Gesundheit, demografischer Wandel und Wohlergehen,
    5. Klimaschutz, Umwelt, Ressourceneffizienz und Rohstoffe und
    6. Europa in einer sich verändernden Welt: integrative, innovative und reflektierende Gesellschaften.

    Diese Herausforderungen umfassen u.a. die Themenbereiche Kulturerbe, Erhalt von Kulturlandschaften, Migration, Bürgerbeteiligung, Innovations- und Kreativitätskultur, der demografische Wandel sowie Digitalisierung zu den Herausforderungen. Speziell die sechste Herausforderung des dritten Schwerpunkts eröffnet vielfältige Möglichkeiten für kulturelle Vorhaben.

    Details zu Schwerpunkt III/ 6. Herausforderung:

    Die sechste Herausforderung „Europa in einer sich verändernden Welt" wird wiederum durch drei Säulen/Themenbereiche konstituiert:

    Schwerpunkt III, 6.1 „Inclusive societiesʺ
    In diesem Teil soll Forschung zur gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Integration sowie integrativen Arbeitsmärkten, der Bekämpfung von Armut und Marginalisierung, Menschrechten, der digitalen Integration der Bürger, zu Gleichberechtigung, Solidarität und interkulturelle Dynamik gefördert werden. Es geht dabei um das Verständnis, die Analyse und Stärkung europäischer Gesellschaften durch interdisziplinäre Forschung, die Entwicklung von Indikatoren, technologischen Fortschritt, organisatorische Innovationen, die Entwicklung regionaler Innovationscluster sowie neue Formen der Zusammenarbeit und des gemeinsamen Schaffens.

    Schwerpunkt III, 6.2 „Innovative societiesʺ
    In dieser Säule geht es um die Maximierung der sozioökonomischen Auswirkungen der Wissensproduktion in Europa. Die Effizienz von Forschungs- und Innovationsstrategien sowie deren transnationale Synergien und Kohärenz soll gesteigert werden. Gegenstand der Maßnahmen ist die Innovation im weiteren Sinne, die durch Politik, Gesellschaft, den einzelnen Nutzer und den Markt angeregt wird. Die Erfahrung und Innovationskraft der Kreativ- und der Kulturwirtschaft werden dabei ausdrücklich berücksichtigt. Diese Tätigkeiten unterstützen die Verwirklichung und das Funktionieren des Europäischen Forschungsraums, insbesondere die Leitinitiativen der „Strategie Europa 2020ʺ für eine „Innovationsunion” und „Eine digitale Agenda für Europa”.

    Schwerpunkt III, 6.3 „Reflective societiesʺ
    Ziel dieser Säule ist es, einen Beitrag zum Verständnis der geistigen Grundlagen Europas, seiner Geschichte und der vielen europäischen und außereuropäischen Einflüsse als Quelle der Inspiration zu leisten. Die Vielfalt der Völker in Europa (einschließlich der Minderheiten und indigenen Völker), ihre Traditionen sowie regionalen und nationalen Identitäten und das unterschiedliche Ausmaß an wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklung sollen berücksichtigt werden. Bislang unerschlossenes Material in europäischen Sammlungen, Bibliotheken, Archiven, Museen, Galerien und anderen öffentlichen Institutionen soll auch mit Hilfe neuer Technologien Forschern und Bürgern zugänglich gemacht werden, damit durch die archivierte Vergangenheit ein Blick in die Zukunft ermöglicht wird.

     

    Eckdaten

    Wer kann beantragen?

    An Horizont 2020 können sich alle Rechtspersonen eines EU-Mitgliedstaats, eines assoziierten Staats oder eines Drittlands beteiligen.

    Bei den Rechtspersonen kann es sich um natürliche Personen oder juristische Personen (d. h. privatrechtlich oder öffentlich-rechtliche Einrichtungen) handeln. Vertragspartner der Europäischen Kommission bei Vorhaben in Horizont 2020 ist in der Regel die Einrichtung (z. B. Universität, Hochschule, Forschungsinstitut oder Unternehmen), wenn eine natürliche Person gemeinsam mit ihr einen Antrag gestellt hat (z. B. weil diese natürliche Person bei der Einrichtung angestellt ist). Dies gilt auch für individuelle Fördermaßnahmen, wie beispielsweise Stipendien – hier reichen die Antragstellenden den Antrag gemeinsam mit der Gasteinrichtung ein. 

    In Horizont 2020 sind folgende Länder assoziiert: Albanien, Armenien, Bosnien & Herzegowina, Färöer-Inseln, Georgien, Island, Israel, Mazedonien (EJR), Moldau, Montenegro, Norwegen, Serbien, Türkei, Tunesien und die Ukraine. Mit der Schweiz hat sich die EU auf eine provisorische Teilassoziierung zu Horizont 2020 geeinigt.

    Darüber hinaus können beliebig viele Partner aus Drittstaaten eingebunden werden, bspw. Universitäten, Stiftungen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Forschende. Für Drittstaaten gilt vereinfacht folgende Grundregel: Partner aus den Entwicklungsländern und den Länder der Erweiterungs- und Nachbarschaftspolitik werden finanziell gefördert. Forschende aus den Industrie- und Schwellenländern können zwar in Horizont 2020 teilnehmen, erhalten für die Beteiligung aber in der Regel keine finanzielle Förderung. Sie werden nur in Ausnahmenfällen gefördert.

    Was wird gefördert?

    Mit den verschiedenen Unterbereichen von Schwerpunkt III  Gesellschaftliche Herausforderungen können Themen wie demografischer Wandel, Migration, Integration, Bürgerbeteiligung, Digitalisierung, Erhalt von Kulturlandschaften, Kulturerbe, Innovations- und Kreativitätskultur gefördert werden.
    Die Verbundforschung stellt den größten Teil und das Kernstück der EU-Forschungsförderung dar. Gefördert werden Verbundprojekte von mind. drei voneinander unabhängigen Einrichtungen aus drei teilnahmeberechtigen Ländern.

    Bei den Verbundprojekten in Form von Forschungs- und Innovationsmaßnahmen sollen Konsortien mit Teilnehmern aus verschiedenen Ländern neues Wissen, neue Technologien, Verfahren, Produkte und Dienstleistungen entwickeln. Koordinierungs- und Unterstützungsmaßnahmen (Coordination and Support Actions) sind forschungsbegleitende Maßnahmen, die im Gegensatz zu den Forschungs- und Innovationsmaßnahmen auch durch Einzelantragsteller durchgeführt werden können. Bei Maßnahmen der Kofinanzierung werden nationale oder regionale Fördereinrichtungen, die Forschungs- und Innovationsprogramme verwalten, bei einzelnen Ausschreibungen oder Programmen finanziell unterstützt. Pionierforschungsvorhaben werden im Rahmen von Ausschreibungen des Europäischen Forschungsrats (European Research Council, ERC) gefördert und zur Förderung kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) existiert ebenfalls eine gesonderte Maßnahme.

    Bewilligungskriterien

    Exzellenz, Wirkung bzw. Auswirkungen (Impact) und Qualität und Effizienz der Durchführung (Implementation). Die Projektkonsortien im Schwerpunkt III sollen Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und öffentlichem Bereich umfassen.

    Finanzielle Aspekte

    Das Gesamtbudget für die Laufzeit 2014-2020 beträgt ca. 77 Mrd. Euro. Davon entfallen 24,4 Mrd. Euro auf den Schwerpunkt „Wissenschaftsexzellenzʺ, 17 Mrd. Euro auf den Schwerpunkt „Führende Rolle der Industrieʺ, 29,7 Mrd. Euro auf den Schwerpunkt „Gesellschaftliche Herausforderungenʺ, 816,5 Mio. Euro auf das Einzelziel „Verbreitung von Exzellenz und Ausweitung der Beteiligungʺ, 462,2 Mio. Euro auf das Einzelziel „Wissenschaft mit der und für die Gesellschaftʺ sowie 1,9 Mrd. Euro auf die „Direkten Maßnahmen der Gemeinsamen Forschungsstelle außerhalb des Nuklearbereichsʺ, das EIT (Europäisches Innovations- und Technologieinstitut) erhält 2,7 Mio. Euro.

    Antrags- und Auswahlverfahren

    Alle zwei Jahre gibt es im Schwerpunkt III neue Arbeitsprogramme mit Schwerpunktsetzungen und Einreichfristen. Aufrufe zur Einreichung von Anträgen sind in inhaltlich spezifizierte Ausschreibungen untergliedert. Die Aufrufe sind über das Teilnehmerportal abrufbar.
    Die Evaluierung und Auswahl erfolgt durch 3-5 GutachterInnen pro Antrag.

    Rechtsgrundlage

    Verordnung (EU) Nr. 1291/2013  des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2013 über das Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizont 2020 (2014-2020) und zur Aufhebung des Beschlusses Nr. 1982/2006/EG, Amtsblatt der Europäischen Union Nr. L 347 vom 20. Dezember 2013, S. 104.

     

    Links & Kontakte

    Allgemeine Informationen

    Kontakt/Beratung in Deutschland

    Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beheimatet das Netzwerk aller Nationalen Kontaktstellen (NKS) zu Horizont 2020 in Deutschland und bietet eine Erstinformationsstelle an. Über das Netzwerk des BMBF können Sie sich über die 20 Nationalen Kontaktstellen (NKS) informieren, welche die verschiedenen Programmteile von Horizont 2020 (mit Ausnahme des EIT) abdecken. Jede Nationale Kontaktstelle zu den Horizont 2020 Teilbereichen verfügt über eine eigene Website.

    EU-Büro des BMBF
    DLR Projektträger
    Netzwerk der Nationalen Kontaktstellen
    Heinrich-Konen-Straße 1
    53227 Bonn
    Tel.: 0228 / 3821 2020
    E-Mail: h2020@dlr.de
    Internet

    NKS mit Bezug zum Bereich Kultur

    Nationale Kontaktstelle Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften (NKS SWG)
    Projektträger im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.
    Tel.: +49 228 3821 1644
    E-Mail: nks-swg@dlr.de
    Internet

    Nationale Kontaktstelle für europäische Forschungsförderung zu den Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT)
    DLR Projektträger
    IKT-Strategien und EU-Synergien
    Postadresse: Linder Höhe | 51147 Köln
    Besucheradresse: Hansestraße 115 | 51149 Köln
    Tel.: +49 2203 601 3400
    E-Mail: eu-ncp@dlr.de
    Internet

    Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen (MSC)
    Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V.
    DLR Projektträger
    "Europäische und internationale Zusammenarbeit"
    Postadresse: Heinrich-Konen-Straße 1
    Besucheradresse: Heinrich-Konen-Straße 5
    53227 Bonn
    Tel.: +49 228 3821-1653
    E-Mail: felix.beckendorf@dlr.de
    Internet

     

     

    Kontakt/Beratung in Österreich

    Die regionalen Agenturen in allen neun Bundesländern beraten in Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem Bereich Europäische und Internationale Programme (EIP) der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) vor Ort bei der Teilnahme an den EU-Rahmenprogrammen für Forschung und Technologie.

    Regionale Kontaktstellen

    Burgenland

    FTI Burgenland GmbH
    Marktstraße 3
    A-7000 Eisenstadt
    Tel.: +43 5 9010 2244
    E-Mail: office@fti-burgenland.at
    Internetseite

    Kärnten

    Wirtschaftskammer Kärnten
    Europaplatz 1
    A-9021 Klagenfurt am Wörthersee
    Tel.: +43 5 90 904 777
    E-Mail: sofortservice@wkk.or.at
    Internetseite

    Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds
    Völkermarkter Ring 21-23
    A- 9020 Klagenfurt am Wörthersee
    Tel.: +43 463 55 800 0
    E-Mail: office@kwf.at
    Internetseite

    Niederösterreich

    Wirtschaftskammer Niederösterreich
    Technologie- und InnovationsPartner
    Wirtschaftskammer-Platz 1
    3100 St. Pölten
    Tel.: +43 2742-851-16501
    E-Mail: tip@wknoe.at
    Internetseite

    Oberösterreich

    Business Upper Austria – OÖ Wirtschaftsagentur GmbH
    Hafenstraße 47-51
    A-4020 Linz
    Tel.: +43 732 79810
    E-Mail: info@biz-up.at
    Internetseite

    Salzburg

    ITG - Innovationsservice für Salzburg
    Südtiroler Platz 11
    A-5020 Salzburg
    Tel.: +43 662 254 300 - 0
    E-Mail: info@itg-salzburg.at
    Internetseite

    Steiermark

    Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH
    Nikolaiplatz 2
    8020 Graz
    Tel.: +43 316 7093 0
    E-Mail: office@sfg.at
    Internetseite

    Tirol

    Standortagentur Tirol
    Tiroler Zukunftsstiftung
    Ing.-Etzel-Str. 17
    A-6020 Innsbruck
    Tel.: +43 512 576262
    E-Mail: office@standort-tirol.at
    Internetseite

    Vorarlberg

    Wirtschafts-Standort Vorarlberg GmbH (WISTO)
    CAMPUS V
    Hintere Achmühlerstraße 1
    A-6850 Dornbirn
    Tel.:+43 (5572) 552 52-0
    E-Mail: wisto@wisto.at
    Internetseite

    Wien

    Wirtschaftsagentur Wien
    Mariahilfer Straße 20
    A-1070 Wien
    Tel.: +43 1 4000 86 70
    E-Mail: info@wirtschaftsagentur.at
    Internetseite

    Projektbeispiele

    Projekte (Programm 2014-2020)

    Assembling the Transpacific: Indigenous Curatorial Practices, Material Cultures and Source Communities

    Die Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahme Assembling the Transpacific: Indigenous Curatorial Practices, Material Cultures and Source Communities fördert den Nachwuchswissenschaftler des Instituts für Ethnologie der Ludwig-Maximilians-Universität München, Dr. Philipp Schorch, der sich im Zuge des Projekts mit Museen und indigenen kuratorischen Praktiken im Pazifik beschäftigt. Mit der Etablierung der akademischen Disziplin der Anthropologie, die sich im 18. Jahrhundert im Kontext kolonialer Ausdehnung und wissenschaftlicher Expeditionen entwickelte, ging auch die Entstehung ethnographischer Sammlungen in Europa einher. Solche ethnographischen Sammlungen beeinflussten maßgeblich das akademische und öffentliche Verständnis bis dato unbekannter Kulturregionen. Dieses Verständnis wurde und wird noch heute oftmals durch einen eurozentrischen Blick geprägt und so werden ethnographische Objekte in europäischen Museen oft nicht vor dem kulturellen Hintergrund ihrer indigenen Herkunft beleuchtet. Das Projekt Assembling the Transpacific: Indigenous Curatorial Practices, Material Cultures and Source Communities möchte diesem Defizit entgegenwirken, indem eine kollaborative ethnographische Untersuchung der zeitgenössischen kuratorischen Praxis zweier südpazifischer Museen durchgeführt wird. Beide Museen befinden sich in Polynesien (Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa und Museo Antropológico Padre Sebastián Englert, Rapanui (Easter Island)). Mit dem Blick auf die polynesische Kuratorenschaft sollen indigene Perspektiven auf Kunst- und Kulturgüter sowie Ausstellungspraktiken in Europa vorgestellt und die Öffentlichkeit für kontemporäre indigene Situationen sensibilisiert werden.

    Programmbereich: Schwerpunkt I, 3: Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen
    Laufzeit: 2015-2017
    Fördersumme: 159 461 Euro
    Gesamtvolumen: 159 461 Euro
    Weitere Informationen

    WhoLoDancE - Whole-Body Interaction Learning for Dance Education

    ©WhoLoDancE

    WhoLoDance beabsichtigt die Entwicklung und Verwendung von bahnbrechenden Technologien im Bereich Tanz. Das Projekt richtet sich an Forscher und professionelle Tänzer, an Tanzlehrer und Tanzschüler und an die interessierte Öffentlichkeit. Fünf Zielsetzungen stehen dabei im Fokus. Zunächst steht die Erforschung von Bewegungsmustern und der Körpersprache im Mittelpunkt: Die Untersuchung von Bewegungsabläufen, Aneignungsprinzipien, des Tanzvokabulars, der Metaphorik und der Simulation, die mit Tanz in Zusammenhang stehen. Dies geschieht mit Hilfe von computergenerierten Berechnungsmodellen und verschiedener multimedialer Techniken zur Erfassung von Bewegungen, Körperstudien und emotionalen Verhaltensmustern. Anhand der Ergebnisse, Dokumentationen und der neu gewonnen Daten wird eine Art Bewegungs-Datenbank angelegt, die das Ziel verfolgt das kulturelle Erbe Tanz für zukünftige Generationen zu erhalten. Eine unbegrenzte Zahl an Tanzkompositionen kann abgerufen und kombiniert werden, das Feld der Choreographie wird auf diese Weise revolutioniert. Auch der Tanzunterricht wird reformiert, u. a. durch die Entwicklung eines lebensgroßen drei-dimensionalen Hologramms, das den Tanzschüler anleitet und zwischen realen und virtuellen Körper vermittelt. Mit dem Zugang zur entwickelten Datenbank und durch den kommerziellen Vertrieb der technologischen Hilfsmittel, wird die Tanzpraxis nachhaltig gestärkt, verbreitet und erhalten. Deutscher Partner ist die PEACHNOTE GMBH München.

    Programmbereich: Schwerpunkt II, 1: Führende Rolle bei grundlegenden und industriellen Technologien
    Laufzeit: 2016-2018
    Fördersumme: 3,3 Mio. Euro
    Gesamtvolumen: 3,3 Mio. Euro
    Weitere Informationen

    I-Media-Cities - Innovative e-environment for Research on Cities and the Media

    ©Deutsches Filminstitut - DIF, Frankfurt/Main

    I-Media-Cities ist eine Initiative von neun europäischen Filmarchiven, fünf Forschungsinstituten, zwei Technologieunternehmen und einem Spezialisten für digitale Geschäftsmodelle, um den Zugang zu audiovisuellen Quellen aus den Sammlungen der Archive für Forschungszwecke online zu ermöglichen und somit zu vereinfachen. Speziell geht es um Filmaufnahmen und Fotos, die den Wandel der europäischen Großstädte seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bezeugen können, die äußerliche Verwandlung sowie den Wandel sozialer Dynamiken. Insbesondere die Sozialwissenschaften (Soziologie, Anthropologie, Stadtplanung etc.) sollen von der Öffnung der Archive profitieren. Die Entwicklung von zwei virtuellen Plattformen im Rahmen des Projekts treibt zum einen die Vernetzung der Filmarchive weiter voran und stellt zum anderen die Filme und Fotos neben Wissenschaftlern, auch der Kreativindustrie, dem Tourismus und der Kulturwirtschaft europaweit und mehrsprachig zur Verfügung. So soll I-Media-Cities dazu beitragen, anhand von audiovisuellen Materialien neues Wissen über einzelne Städte in Europa zu gewinnen und somit unsere Kenntnis der Europäischen Geschichte und Identität zu erweitern. I-Media-Cities soll als ein neues Modell für das Forschen anhand von digitalen Ressourcen dienen und die Bereitstellung besonders des historischen Filmmaterials, welches sonst nur schwer zugänglich ist, soll ausgeweitet werden. Deutscher Partner sind das Deutsche Filminstitut - DIF und die Fraunhofer Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V.. Aus Österreich beteiligt sich das Österreichische Filmmuseum, das für das Projekt mit dem Wiener Ludwig-Boltzmann-Institut für Geschichte und Gesellschaft kooperiert.

    Programmbereich: Schwerpunkt III, 6.3: Europa in einer sich verändernden Welt, Reflective societies
    Laufzeit: 2016-2019
    EU-Fördersumme: 3, 35 Mio. Euro
    Gesamtvolumen: 3, 35 Mio. Euro
    Weitere Informationen

    Traces – Transmitting Contentious Cultural Heritages with the Arts: From Intervention to Co-Production

    ©Julie Dawson

    Europäisches Kulturerbe ist komplex und vielschichtig. Historische Prozesse und Erfahrungen werden häufig von konfliktreichen und kontroversen Sichtweisen begleitet, die innerhalb der reichen Kulturlandschaft Europas keine Seltenheit sind. Umstrittene Perspektiven auf Themen der Vergangenheit sind Bestandteil des europäischen Kulturerbes und einige haben bis heute ihre Brisanz nicht verloren oder neue Aktualität gewonnen. Diese Fälle von umstrittenen Kulturerbe können dazu führen, dass Barrieren aufgebaut werden, das Miteinander erschwert wird und Gemeinschaften sich abgrenzen. Doch auf der anderen Seite können genau diese Komplexe auch zu einer produktiven Reflexion und einer kritischen Rückschau der Europäisierung anregen und zu einer sensibilisierten und selbstkritischen europäischen Identität beitragen.

    Mit einem kreativen künstlerisch-ethnographischen Forschungsansatz und einem multi-disziplinärem Team möchte Traces eine systematische Analyse der Herausforderungen und Möglichkeiten erstellen, die durch die Beschäftigung mit umstrittenen Kulturerbe entstehen. In diesem Zuge initiiert Traces eine Serie von fünf eigenständigen Projekten mit dem Titel „Creative Co-Productionsʺ, in welcher Künstler, Forscher, Verwaltungen im Bereich Kulturerbe und weitere Interessengruppen gemeinsam jeweils ein längerfristiges Projekt zum Thema umstrittenes Kulturerbe verwirklichen und neue Formen öffentlicher Beteiligung entwickeln. Die fünf Langzeitprojekte der Serie basieren auf experimentell künstlerischen Ansätzen. Eine der Ko-Produktionen beschäftigt sich beispielsweise mit dem ehemaligen Hochsicherheitsgefängnis „Long Keshʺ oder auch „Maze Prisonʺ außerhalb von Belfast, das während des Nordirland-Konflikts zu einem Brennpunkt der Geschehnisse wurde. Mit der Anerkennung der historischen Bedeutung des Gefängnisses werden zukünftige Möglichkeiten der Entdeckung und Erhaltung des Geländes als ein Ort der Erinnerung und des Wandels ausgetestet. Aktivitäten werden dort ausgeführt und mit verschiedenen Medien dokumentiert, Akteure von damals interviewt und daraus wird an Ort und Stelle eine Art Open Air-Modell, basierend auf eingefangenen Erinnerungen und Impulsen, entwickelt. Eine andere „Creative Co-Productionʺ nennt sich „Absence as Hertitage“ und beschäftigt sich mit dem Archiv und der Bibliothek der jüdischen Bevölkerung der rumänischen Stadt Mediaș, welche 2008 in der verschlossenen und runtergekommenen Synagoge der Stadt wiederentdeckt wurden. Die massenhafte Emigration der jüdischen Gemeinschaft in den 1950er und 1960er Jahren aus Mediaș, das Erbe, die Archivalien und Dokumente werden künstlerisch thematisiert. Ein Stück Stadtgeschichte wird vergegenwärtigt und erhalten.

    Für Traces  arbeiten insgesamt elf Institutionen zusammen: Eine Initiative für kulturelles Erbe aus Rumänien, eine kollaborative Künstlergruppe aus Slowenien, das Naturhistorische Museum Wien, Universitäten und Kunsthochschulen aus Irland, Schottland, der Schweiz, Polen, Norwegen, Italien, Deutschland und Österreich. Koordinator des Projekts ist die Universität Klagenfurt, deutscher Partner ist die Humboldt-Universität zu Berlin.

    Programmbereich: Schwerpunkt III, 6: Europa in einer sich verändernden Welt
    Laufzeit: 2016-2019
    EU-Fördersumme: 2 303 359 Euro
    Gesamtvolumen: 2 711 053 Euro
    Weitere Informationen

    Art and Brain: An integrated approach to causative analysis of neural function in perception of art using Transcranial Magnetic Stimulation

    ©Art and Brain Project

    Das Projekt Art and Brain ermöglicht dem Psychologen Matthew Pelowski an der Universität Wien eine innovative Studie über die Wahrnehmung von Kunst durchzuführen; mit einem Schwerpunkt auf Verhaltensforschung und Kognitionswissenschaft. „Kunst ist eine einzigartige Ausdrucksform der Menschen; zu untersuchen, wie sie auf den Menschen wirkt und wahrgenommen wird, erfordert interdisziplinäre Kenntnisse aus Ästhetik, Psychologie und den Neurowissenschaften", erklärt Pelowski. Mit Hilfe der transkraniellen Magnetstimulation (TMS) untersuchen der Psychologe und seine KollegInnen vom Institut für Psychologische Grundlagenforschung und Forschungsmethoden an der Universität Wien verschiedene Gehirnregionen von Probanden bei der Betrachtung von Kunst. Danach dokumentieren sie die Reaktionen der Testpersonen mit einem eigens entwickelten Modell. Unter der Leitung des Projektleiters Helmut Leder wird so ein Datenset der spezifischen Beteiligung der verschiedenen Gehirnregionen während einer Kunsterfahrung erfasst. Das Datenset soll als Grundlage für weitere Forschungen auf dem Gebiet der Neuroästhetik und Kunstpsychologie dienen und helfen, weitere generelle Fragen über die Rolle des Gehirns bei Emotionen und Beurteilungen zu beantworten. Diese Ergebnisse können auch interdisziplinär, besonders innerhalb der Demenzforschung und Kunsttherapie, nützlich werden. Ausgehend von der empirischen Ästhetik soll so mit Hilfe von Art and Brain eine neue Forschungsrichtung an der Universität Wien etabliert werden.

    Programmbereich: Schwerpunkt I, 3: Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen
    Laufzeit: 2015-2017
    Fördersumme: 178 157 Euro
    Gesamtvolumen: 178 157 Euro
    Weitere Informationen

    INCEPTION - Inclusive Cultural Heritage in Europe through 3D semantic modelling

    Hauptanliegen von INCEPTION ist die Erfassung und Rekonstruktion von Kulturerbe, insbesondere Baudenkmälern, mit neuen und weiterentwickelten Standards der digitalen 3D-Modellierung. Die Optimierung von 3D-Rekonstruktionen muss die sich stetig im Wandel begriffenen Bedingungen von Konservierung, Restauration und Wiederaufbau berücksichtigen. Hierfür entwickelt das Konsortium eine Plattform für die Kreation, Visualisierung und Analyse des aktuellen gegenüber des historischen Baubestands von architektonischen Kulturgut, sozusagen eine „virtuelle Zeitmaschineʺ. Die neusten 3D-Lasertechniken und Techniken zu Positionsbestimmungen im Innenraum (Indoor-Positioning Systems IPS) und globaler geographischer Informationssysteme (GPS, GIS) werden eingesetzt. Die Projektpartnerschaft fungiert als kollaborative und interdisziplinäre Forschungsgemeinschaft, die sowohl technische als auch sozial- und kulturwissenschaftliche Fachbereiche einbindet. Mit einem umfassenden innovativen Ansatz zur zeitdynamischen 3D-Erfassung von Artefakten, Architektur und Gesellschaft wird das Verständnis der kontinuierlichen Entwicklung Europas über große Zeiträume verbessert und die europäische Identität gestärkt. Das Datenmaterial steht nach Abschluss des Projektes sowohl Forschung und Lehre als auch der Allgemeinheit zur Verfügung. Die durch INCEPTION erreichten Innovationen trägt das Konsortium zudem an die Kreativwirtschaft und an Designindustrien heran. Deutsche Partner sind die „3L Architektenʺ und „Zoller + Fröhlichʺ.

    Programmbereich: Schwerpunkt III, 6.3: Europa in einer sich verändernden Welt, Reflective societies
    Laufzeit: 2015-2019
    EU-Fördersumme: 4 Mio. Euro
    Gesamtvolumen: 4 Mio. Euro
    Weitere Informationen

    Projekte (Programm 2007-2013)

    MYPLACE

    Im Rahmen des Projekts MYPLACE (Memory, Youth, Political Legacy and Civic Engagement) wird das politische und bürgerschaftliche Engagement junger Menschen in Europa untersucht. Konkret geht es um die Frage, wie Totalitarismus und Demagogie in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft die soziale Teilhabe junger Menschen beeinflussen. Die jetzige Generation junger Menschen ist in einem Europa aufgewachsen, das erstmals mehrheitlich frei von rechts- oder links-autoritären Regimen ist. Konzeptionell geht MYPLACE aber über den Vergleich einzelner nationaler politischer Kulturen und Einteilungen wie Postkommunismus oder liberale Demokratie hinaus.
    Vielmehr geht es darum, die soziale Teilhabe junger Menschen vor dem Hintergrund der gesamteuropäischen Charakteristik eines breiten Spektrums radikaler und populistischer politischer und philosophischer Traditionen zu betrachten. Nicht nur die Teilhabe der Jugendlichen soll erforscht werden, sondern auch welche Bedeutung die jungen Menschen selbst dieser Beteiligung beimessen. Zu diesem Zweck werden Umfragen, Interviews und ethnografische Forschungsmethoden durchgeführt. Koordinierende Einrichtung von MYPLACE ist die University of Warwick (UK). An dem Projekt sind 16 Universitäten und Forschungsinstitute aus 14 europäischen Ländern beteiligt, dazu zählen auch die Universität Bremen (DE) und die Friedrich-Schiller-Universität Jena (DE).

    Programmbereich: "Zusammenarbeit"
    Laufzeit: 2011-2015
    Fördersumme: 7,99 Mio. Euro
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    Climate for Culture

    Das Projekt Climate for Culture wird im Rahmen des Themenbereichs Umwelt gefördert. Ziel ist es, Vorhersagen und Modelle zu entwickeln, wie sich der Klimawandel auf die Erhaltung des kulturellen Erbes auswirkt. Daran anschließend sollen auch Antworten gefunden werden, welche Anpassungs- und Vorbereitungsstrategien nötig sind, um Schäden am mobilen und immobilen Kulturgut zu vermeiden und was es kosten wird, wenn solche Maßnahmen nicht rechtzeitig ergriffen werden. Schwerpunkt der Untersuchung ist dabei das Innenraumklima. Um Konservierungsstrategien zu entwickeln, muss zunächst herausgefunden werden, wie sich ein verändertes Raumklima auf Holzkonstruktionen und Ölgemälde auswirkt. Dies verändert sich z.B. durch eine veränderte Sonneneinstrahlung oder ein Ansteigen des Meeresspiegels. Zur Untersuchung wurden acht Klimazonen in Europa und im Mittelmeerraum festgelegt, für die die Veränderungen bis zum Jahr 2100 simuliert werden. Die so gesammelten Daten werden anhand eines neuen Simulationsverfahrens mit den individuellen Beschaffenheiten der einzelnen Gebäude verknüpft.
    Dieses Modell wird für zahlreiche Stätten angewandt, u.a. auch 14 Stätten in Deutschland, wie etwa die Alte Pinakothek in München und die Romanische Kirche St. Maria auf Rügen. Im Rahmen des Projektes sollen so u.a. hochauflösende, regionale Klimamodelle entwickelt und eine hydrothermische Gebäudesoftware entwickelt werden sowie Anpassungs- und Vorbeugungsmaßnahmen in Bezug auf Energieeffizienz, Temperierung und Entfeuchtung erarbeitet werden. Das Konsortium für das Projekt umfasst 30 Forschungsinstitute und Kultureinrichtungen in Europa und Ägypten. Koordinator ist die Fraunhofer Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung (DE). Insgesamt sind sieben weitere Partner aus Deutschland an Climate for Culture beteiligt, darunter die TU München und die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen - Doerner Institut sowie die Käferhaus GmbH aus Österreich.

    Programmbereich: "Zusammenarbeit"
    Laufzeit: 2009-2014
    Fördersumme: 4,96 Mio. Euro
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    European cultural heritage identity card (EU CHIC)

    © EU CHIC Konsortium

    Ziel des Projekts ist die Einrichtung einer systematischen Sammlung von Daten zu unbeweglichen Kulturerbe-Objekten in Europa. Dabei sollen Kriterien und Leitlinien für die Beschaffung, Aufbewahrung und Pflege von Daten entwickelt und getestet werden. Um den Erhalt historischer Stätten langfristig sichern zu können, werden auch Daten über Einflüsse durch Menschen und Umwelt gesammelt. Das Konsortium unter Leitung der Universität in Ljubljana besteht aus 12 Partnern, darunter befinden sich das Schloss Schönbrunn in Wien sowie die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. in München.

    Laufzeit: 2009-2012
    Fördersumme: 998.460 Euro
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    FOUNDMED

    Der Historiker Dr. Michael Borgolte der Humboldt Universität erhält für das Forschungsprojekt "FOUNDMED - Foundations in medieval societies:Cross-cultural comparisons" den ERC Advanced Grant. Über einen Zeitraum von fünf Jahren soll eine vergleichende Studie zu unterschiedlichen Stiftungskulturen im Mittelalter durchgeführt werden. Dabei soll u.a. untersucht werden, ob es Wechselbeziehungen zwischen dem lateinischen Christentum, der griechischen Orthodoxie, den islamischen Ländern, dem Judentum und der multireligiösen Welt Indiens gegeben hat.
    Gemeinsam mit fünf Experten aus den Bereichen Mittelalterliche, Byzantinische, Jüdische, Islamische und Indische Studien wird eine "Enzyklopädie von Stiftungen im Mittelalter" erstellt, die Formen, Ziele, rechtliche Strukturen und Ausstattungen der Stiftungen darstellt.

    Programmbereich: "Ideen"
    Laufzeit: 2012 - 2017
    Fördersumme: 2,49 Mio. Euro
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    Politics of Memory and Memory Cultures of the Russian-Ottoman War 1877-1878: From Divergence to Dialogue

    Dieses Projekt setzt sich mit der Aufarbeitung der widersprüchlichen Bilder und Verständnisse des russisch-osmanischen Krieges von 1877-78 auseinander. Es soll ein Netzwerk zwischen WissenschaftlerInnen aus den vom Krieg betroffenen Ländern geschaffen werden, um die unterschiedlichen Erinnerungen darzustellen und zu kontextualisieren. Der russisch-osmanische Krieg 1877-78 hat eine neue politische Ordnung im Balkan, in der Türkei und im Kaukasus etabliert und wesentlich die nationalen Narrative der Region im 19. und 20. Jahrhundert beeinflusst.
    Die offizielle Gedenkpolitik dieser Länder unterscheidet sich aber deutlich. So werden beispielsweise die Friedensverträge von den direkt am Krieg beteiligten Nationen unterschiedlich bewertet. In Bulgarien wird der Abschluss des San Stefano Friedensvertrag als Nationalfeiertag begangen, in Griechenland hingegen wird er als tragisches Ereignis begriffen, durch das ein Großteil Mazedoniens an Bulgarien verloren ging. Im osmanischen Reich wiederum wurden der Krieg und die Friedensverträge als Höhepunkt der nationalistisch-separatistischen Bewegungen begriffen, die auf Zerstörung des Reiches abzielten. Memoryrow wird zur Stärkung der internationalen Forschungszusammenarbeit von der Karl-Franzens-Universität Graz, Abteilung für südosteuropäische Geschichte mit Partner-universitäten und -instituten aus Bulgarien, der Türkei, Russland, Georgien, Griechenland, der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien und Armenien durchgeführt.
    Das transdisziplinäre Projekt hat es sich zum Ziel gesetzt, einerseits die bislang bestehenden Barrieren zwischen balkanischen und kaukasischen Universitäten aufzubrechen und andererseits mit der aktiven und kritischen Bearbeitung des russisch-osmanischen Kriegs zukünftige Strategien für die Schwarzmeerregion zu identifizieren.

    Programmbereich: “Menschen“ (Marie-Curie-Programm)
    Laufzeit: 2012-2016
    Fördersumme: 524.400 Euro
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    http://memoryrow.weebly.com/

    StudioLab

    Wie der Name bereits verrät, wird in diesem Projekt das Studio mit dem Forschungslabor verschmolzen: StudioLab ist ein europäisches Netzwerk von 13 Forschungs-, Kunst- und Designzentren in zwölf europäischen Ländern und Plattform für kreative Projekte, die eine Brücke zwischen Wissenschaft, Kunst und Kultur schlagen und auf der Suche nach einem neuen Umgang mit Umwelt-, technologischen und sozialen Herausforderungen sind. Dabei konzentriert sich StudioLab auf die drei Hauptthemen "Zukunft des Wassers", "Synthetische Biologie" und "Zukunft der sozialen Interaktion" und erarbeitet in dem dreijährigen Projektzeitraum Produkte und Aktivitäten, die einen erzieherischen, sozialen, kulturellen oder kommerziellen Wert haben.
    Das Kernkonsortiums des Projekts besteht aus "The Science Gallery - Trinity College" (Dublin), "Le Laboratoire" (Paris), "Royal College of Art" (London), "Ars Electronica" (Linz) und "Medialab-Prado" (Madrid), acht weitere Organisationen sind außerdem beteiligt.

    Programmbereich: "Kapazitäten"
    Laufzeit: 2011-2014
    Fördersumme: 1,5 Mio. Euro
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    Transforming Audiences, Transforming Societies

    Im Rahmen der COST-Aktion Transforming Audiences, Transforming Societies werden Forschungsleistungen zu den Veränderungen der europäischen Öffentlichkeit in einem sich wandelnden Medien- und Kommunikationsumfeld koordiniert. Das Hauptziel dieser Aktion ist es, das Wissen von den zentralen Veränderungen der europäischen Öffentlichkeit auf den neuesten Stand zu bringen, indem ihr Zusammenhang mit den sozialen, kulturellen und politischen Bereichen der Gesellschaften in Europa bestimmt wird. Zu der Aktion gehören ForscherInnen, die sich mit einem breiten Spektrum von Medien, eingeschlossen sind dabei die "alten" Massenmedien, befassen, um besser zu verstehen, wie diese Medien zueinander stehen und welche Bedeutung sie für das alltägliche Leben haben. Darüber hinaus werden in der Aktion Themen behandelt, die sich an der Öffentlichkeit orientieren (Medieninterpretation, "Mediated Experience") oder sich mit nutzerorientierten Fragen auseinandersetzen (Einsatz und Nutzung von Technologien). Insgesamt soll ein Bild davon gezeichnet werden, wie sich die europäische Öffentlichkeit vor dem Hintergrund eines sich wandelnden Medien- und Kommunikationsumfeldes verändert. Von diesem Wissen können Wissenschafts- und Bildungsgemeinschaften, Medien-, Kommunikations- und IKT-Industrien und Fachleute, sowie Entscheidungsträger und Aufsichtsbehörden und medienorientierte NGOs und Bürgerinitiativen profitieren.
    An der Aktion sind Teilnehmer aus 19 Ländern, darunter auch Deutschland und Österreich, an der Aktion beteiligt. Es ist vorgesehen, dass sich darüber hinaus noch neun weitere Länder beteiligen werden.

    Programmbereich: "COST"
    Laufzeit: 2010-2014
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