Instrument für Heranführungshilfe (IPA II)

Das Instrument für Heranführungshilfe dient zur Bereitstellung finanzieller Hilfen für Länder, die der EU beitreten wollen, also sowohl der Beitrittsländer, mit denen bereits Verhandlungen aufgenommen wurden, als auch der weiteren potenziellen Kandidaten. Diese sollen bei der Umsetzung der politischen, institutionellen, rechtlichen, administrativen, sozialen und wirtschaftlichen Reformen, die für einen EU-Beitritt notwendig sind, unterstützt werden. Für jeden der Empfänger wird ein Länderstrategiepapier ausgearbeitet, das die Reform- und Entwicklungsziele der Empfänger aufgreift. Ziele sind u.a. die Stärkung der Demokratie, der Institutionen und der Rechtsstaatlichkeit, die Förderung und der Schutz der Menschenrechte sowie die Stärkung des Wachstums und der Wettbewerbsfähigkeit.

Von besonderer Bedeutung für die Kultur sind der Bereich Entwicklung der Zivilgesellschaft sowie die Förderung zur Achtung der kulturellen Vielfalt und der Erhaltung und Restaurierung des Kulturerbes.

Eckdaten

Wer kann beantragen?

Heranführungshilfen können von Albanien, Bosnien und Herzegowina, Island, Kosovo (gemäß UN-Resolution 1244), Montenegro, Serbien, der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien  und der Türkei in Anspruch genommen werden.

Was wird gefördert?

Das Instrument für Heranführungshilfe hat verschiedene thematische Prioritäten. Welche Prioritäten für welches Land ausschlaggebend sind, kann auf den Länderseiten eingesehen werden. Gefördert werden können u.a.:

  • Stärkung der öffentlichen Verwaltung sowie der öffentlichen Finanzverwaltung
  • Errichtung unabhängiger, rechenschaftspflichtiger und effizienter Justizsysteme
  • Entwicklung wirksamer Instrumente zur Vorbeugung und Bekämpfung von organisierter Kriminalität und Korruption
  • Förderung und Schutz der Menschenrechte, der Rechte von Minderheiten — einschließlich von Roma sowie lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen und intersexuellen Personen — und der Grundfreiheiten, einschließlich der Medienfreiheit
  • Stärkung der Kapazitäten der Organisationen der Zivilgesellschaft und der Organisationen der Sozialpartner, einschließlich Berufsverbänden
  • Investitionen in Bildung, Kompetenzen und lebenslanges Lernen
  • Förderung von Beschäftigung und Unterstützung der Mobilität der Arbeitskräfte
  • Förderung der sozialen Eingliederung und Bekämpfung der Armut
  • Verbesserung des Umfelds des Privatsektors und der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen
  • Stärkung von Forschung, technologischer Entwicklung und Innovation

Bewilligungskriterien

Die Auswahlkriterien variieren und werden in den einzelnen Ausschreibungen genannt.

Finanzielle Aspekte

Das Gesamtbudget für die Laufzeit 2014-2020 beträgt rund 11,7 Mrd. Euro.

Antrags- und Auswahlverfahren

Aufrufe zur Einreichung von Vorschlägen veröffentlicht das Amt für Zusammenarbeit EuropeAid mit den erforderlichen Unterlagen auf dem EUROPA-Server.
Die Durchführung der Länderstrategiepapiere erfolgt auf der Grundlage jährlicher oder mehrjähriger Länder- oder Mehrländerprogramme sowie grenzübergreifender Kooperationsprogramme, die im Einklang mit den Strategiepapieren aufgestellt werden.

Rechtsgrundlage

Verordnung (EU) Nr. 231/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. März 2014 zur Schaffung eines Instruments für Heranführungshilfe (IPA II), Amtsblatt der Europäischen Union Nr. L 77 vom 15. März 2014, S. 11.

 

Links & Kontakte

Allgemeine Informationen

Internetseite der Generaldirektion Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen der Europäischen Kommission

Kontakt/Beratung für Deutschland & Österreich

Mehrere Dienststellen der Europäischen Kommission sind in die EU-Außenbeziehungen mit Drittländern involviert:

Europäische Kommission
Generaldirektion Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen (Directorate General European Neighbourhood Policy and Enlargement Negotiations, DG NEAR)

Rue de la Loi 15
1049 Brüssel
Belgien
Kontaktformular
Internetseite

Hier finden Sie Informationen zu den jeweiligen nationalen IPA II-Koordinatoren

Generaldirektion für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung (Directorate General for International Cooperation and Development, DG DEVCO)
Rue de la Loi 41
1049 Brüssel
Belgien
Tel.: 0032 / 2 299 11 11
Kontaktformular
Internetseite

Europäische Kommission
Dienst für außenpolitische Instrumente (Service for Foreign Policy Instruments, FPI)
9A Rond-Point Schuman
1040 Brüssel
Belgien
Tel.: 00322 / 584 11 11
Kontaktformular
Internetseite

 

Projektbeispiele

Beispiele geförderter Projekte folgen in Kürze