Instrument für Entwicklungszusammenarbeit (EZI)

Im Rahmen des EZI fördert die Union die Zusammenarbeit mit Partnerländern und richtet ihre Unterstützung nach Möglichkeit an deren Entwicklungsstrategien, Reformpolitik und Verfahren aus.  Das übergeordnete Ziel des Instruments für die Entwicklungszusammenarbeit ist – im Einklang mit den Millennium-Entwicklungszielen – die Verringerung und langfristig die Beseitigung von Armut sowie die Förderung von Demokratie, verantwortungsvoller Staatsführung und Achtung von Menschenrechten sowie der Rechtsstaatlichkeit. Die Unterstützung erfolgt über geografische Programme, thematische Programme und ein afrikaweites Programm. Für jedes Partnerland und jede Partnerregion werden dabei Mehrjahresrichtprogramme ausgearbeitet, die einen Rahmen für die Zusammenarbeit bilden.

Eine Unterstützung von kulturellen Maßnahmen erfolgt im Rahmen der thematischen Programme. Dazu gehören u.a. die Förderung des interkulturellen Dialogs, der kulturellen Vielfalt, der Achtung vor den sozialen, kulturellen und spirituellen Werten der indigenen Völker und Minderheiten sowie die Förderung von Kultur als Wirtschaftszweig.

Eckdaten

Wer kann beantragen?

Förderfähig sind u.a. öffentliche Einrichtungen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene, Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen, internationale Organisationen sowie natürliche Personen aus den EU-Mitgliedstaaten, den Partnerländern oder Drittländern, sofern sie die Voraussetzungen der Verordnung und der jeweiligen Programme erfüllen und einen Beitrag zur Verwirklichung der Ziele der Entwicklungszusammenarbeit leisten.

Was wird gefördert?

  • Die geografischen Programme fördern bilaterale und regionale Kooperationsprogramme in Bereichen wie Grundversorgung (Gesundheit und Bildung), Beschäftigung, Infrastruktur, Menschenrechte, Demokratie, verantwortungsvolle Staatsführung und nachhaltige Entwicklung. In den Wirkungsbereich dieser Programme fallen Entwicklungsländer in Asien, Zentralasien, im Nahen und Mittleren Osten, in Lateinamerika sowie in Südafrika.

  • Die thematischen Programme unterteilen sich in zwei Gruppen:

    • Globale öffentliche Güter und Herausforderungen: Hierbei stehen Aspekte wie Klimawandel und Umwelt, Energie, menschliche Entwicklung, Nahrungsmittelsicherheit und Migration im Mittelpunkt. Dabei muss gewährleistet sein, dass alle Maßnahmen zum Ziel der Armutsbekämpfung beitragen. 
    • Organisationen der Zivilgesellschaft und lokale Behörden: Dieses Programm ermutigt die Zivilgesellschaft (also nichtstaatliche Akteure, Nichtregierungsorganisationen (NRO) und Bürgerorganisationen) sowie lokale Behörden, bei der Umsetzung der Entwicklungsstrategien eine stärkere Rolle einzunehmen.

Bewilligungskriterien

Die Bewilligungskriterien sind abhängig von den verschiedenen Mehrjahresrichtprogrammen und den einzelnen Ausschreibungen. Für die geografischen Programme erstellt die Union Strategiepapiere zu den betreffenden Partnerländern oder -regionen, die einen Rahmen für die Entwicklungszusammenarbeit zwischen der Union und diesen Partnerländern oder -regionen bilden.

Finanzielle Aspekte

Das Gesamtbudget für die Laufzeit 2014-2020 beträgt 19,6 Mrd. Euro. Dabei sollen rund 11,8 Mrd. Euro auf die geografischen und rund 7 Mrd. Euro auf die thematischen Programme sowie 845 Mio. Euro auf das afrikaweite Programm entfallen.

Antrags- und Auswahlverfahren

Die Förderung erfolgt auf der Grundlage von Mehrjahresrichtprogrammen und jährlichen Arbeitsprogrammen, die von der Kommission ausgearbeitet werden. In den Arbeitsprogrammen werden die Ziele, die Interventionsbereiche, die erwarteten Ergebnisse, die Verwaltungsmodalitäten sowie der Gesamtbetrag der vorgesehenen Fördermittel festgelegt. Aktuelle Ausschreibungen sowie Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen können auf den Internetseiten von EuropeAid  abgerufen werden.

Rechtsgrundlage

Verordnung (EU) Nr. 233/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. März zur Schaffung eines Finanzierungsinstruments für die Entwicklungszusammenarbeit für den Zeitraum 2014-2020, Amtsblatt der Europäischen Union Nr. L 77 vom 15. März 2014, S. 44.

 

Links & Kontakte

Allgemeine Informationen

Kontakt/Beratung für Deutschland & Österreich

Generaldirektion für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung (Directorate General for International Cooperation and Development, DEVCO)
Rue de la Loi 41
1049 Brüssel
Belgien
Tel.: 0032 / 2 299 11 11
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