Zusammenarbeit mit Drittländern

Die Europäische Union pflegt mit unterschiedlichen Zielsetzungen und in unterschiedlicher Intensität Beziehungen zu so genannten Drittländern: den Ländern, die nicht Mitglied in der EU sind. Dies geschieht im Rahmen der Erweiterungspolitik der EU, der Europäischen Nachbarschaftspolitik, der Entwicklungszusammenarbeit sowie in der Zusammenarbeit mit Industrienationen.

Um ihrer Diplomatie mehr Profil zu verleihen, hat die EU mit dem Vertrag von Lissabon das Amt des Hohen Vertreters für Außen- und Sicherheitspolitik geschaffen. Er koordiniert die Position der EU-Länder, wenn es um die Gestaltung und Durchführung der Außenpolitik geht.

Die entsprechenden Instrumente sind das Instrument für Heranführungshilfe (Instrument for Pre-accession Assistance - IPA II), das Europäische Nachbarschaftsinstrument (ENI - European Neighbourhood Instrument), das Partnerschaftsinstrument (PI) und das Instrument für die Entwicklungszusammenarbeit (Development Co-operation Instrument - DCI).

Kultur im Rahmen der Außenbeziehungen der EU

Auch wenn Kultur in den EU-Außenbeziehungen keinen primären Aktionsbereich bildet und häufig auf einzelne Sektoren beschränkt ist (wie etwa Tourismus, Kulturindustrie, Filmindustrie), können Projekte mit kultureller Ausrichtung gefördert werden.

Die EU will das gegenseitige Verständnis und den Dialog zwischen den Kulturen fördern. Dies wurde unter anderem in der Entschließung des Europäischen Parlaments vom Mai 2011 zu den kulturellen Dimensionen der auswärtigen Politik der EU betont. 

Unterstützt werden sollen u.a. der kulturelle und künstlerische Austausch und Koproduktionen, Ausbildung und Mobilität von Künstlern und Kulturschaffenden auch außerhalb der EU sowie europäische kulturelle Aktivitäten. Besonders im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft können kulturelle Projekte unterstützt werden.

Das UNESCO-Übereinkommen über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, das 2007 in Kraft trat und an dessen Ausarbeitung die Europäische Kommission mitwirkte, schafft eine völkerrechtlich verbindliche Grundlage für das Recht aller Staaten auf eigenständige Kulturpolitik.